Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
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Jenes wonnige Beben, das damals die gedrückten Herzenvon ganz Europa durchzittcrtc, jene freudige Ahnung, das; dieZeit der Noth und der Ehrlosigkeit vorüber sei, machte sich damalsauf dem Furchcnhofc und in der llmgegend in cigenthümlichcrWeise geltend. In Wald und Feld, mit Axt und Pflug in derHand, schaute Jegliches oft plötzlich aus als müßte ein Wunderkommen, ein neues Erlösungswerk, das auf Einmal Alles richteuud schlichte.

Es war die Zeit der Zeichen und Wunder, alle Sehnsuchtund alle Verheißung, die mehr oder minder klar in den Gemü-thern ruhte, sollte ihre Erfüllung finden, die Erlösung war dafür die hochstrcbcnden die ganze Mcnschheitcntwicklung erfassen-den Geister wie auch für diejenigen, die in beschränkte Gesichts-kreise cingeschlossen waren.

Die Hoffnung, daß eine Zeit gekommen sei, in der man sei-nes Schweißes froh werde, bildete sich oft abenteuerlich aus. Oftwenn einer in einer verborgenen Thalschlucht oder tief im Waldearbeiten mußte, überkam es ihn plötzlich wie ein jäher Schreck,daß er jetzt den Triumphzug versäume, der die Heerstraße dahiu-zicht und Alles glückselig macht. Die Taglöhncr sprachen oft wilddurcheinander wegen Verthcilung der Allmend und des Gcmcin-dewaldes, wegen Erhöhung des Taglohncs und Kürzung der Ar-beitszeit, und mancher lang verwundene und halb vergesseneSchmerz kam an den Tag. Alban sprach da und dort mit bered-ter Zunge und hatte einen hülfreichen Beistand an dem verstän-digen Nagclschmied, der mit seiner Tochter Vrcui auf dem Fur-chendes als Taglöhner arbeitete. Der Nagclschmied hieß nurnoch so, aber er war es nicht mehr. Noch vor wenigen Jahrenhatte er im Sommer als Taglöhncr auf den benachbarten Höfengearbeitet und im Winter Nägel verfertigt, wobei ihm seine Frauund seine Goldfüchsen, wie er seine Kinder mit röthlichbraunemHaare nannte, halfen, und besonders die Zweitälteste TochterVrcni zeigte eine große Kunstfertigkeit. Durch ein Verbot derRegierung wurde ihm dies Gewerbe untersagt, weil es nach demBuchstaben des Gesetzes nicht unter die freien Gewerbe gehörte.