Vrcni hatte das Strohflechtcn erlernt und so oft sie zur Feldar-beit ging oder von derselben hcimkehrtc, sah man sie mit grobemGeflechte beschäftigt; zu dem feineren waren ihre Hände durch dieFeldarbeit und die frühere Thätigkeit in der Werkstätte ungeschicktgeworden.
Jetzt hoffte der Nagelschmicd wieder sein Gewerbe aufneh-men zu dürfe» und Alban versprach ihm zur Anschaffung desHandwerkszeuges, das er in Noth verkauft hatte, bchülflich zu sein.
Auf dem Furchenhofc wurde allzeit mit doppelter Lebhaftig-keit und unter Lachen und Singen gearbeitet, jeder war lustigohne zu wissen warum und ohne weiter darnach zu fragen. ImFrühling, wo grade die härteste Nothzeit ist, da die Wintervor-rathe aufgcbraucht sind, vcrtheiltc Alban freiwillig Korn als Vor-schuß unter die Taglöhncr und der alte Furchcnbaucr mußte ihmtrotz der Widerrede Recht geben, denn andere Großbauern wur-den zu dem gezwungen, was er freiwillig gethan hatte und wo-für er nun Dank erhielt.
Alban und sein Vater ritten einst zu der großen Versamm-lung in Wellcndingcn, die der Candidat für die Stelle eines Reichs-tags-Abgeordneten anbcraumt hatte. Alban war auf dem Heim-wege ganz erfüllt von den feurigen Worten, die er vernommen,er hatte zum erstenmal unter freiem Himmel befreiende Wortegehört und mit eingcstimmt in den tausendstimmigen Jubel. Alser auf dem Heimwege sein Herz gegen den Vater ausschüttcteund endlich sagte, er müsse dem Volksmann seine Stimme geben,sagte der Vater:
„Ja, das thu ich auch. Man muß jetzt mitthun."
„Und ich mit," rief Alban.
„Ja so," fuhr der Vater fort „du stimmst ja auch? DasHab ich fast vergessen. Freilich cs ist ja jetzt Alles gleich, Vaterund Kind und wer was hat und wer nichts hat; es ist All eins.Ich bin froh, daß ich tief in den Sechzig bin, das ist kein' Weltfür mich; die Bcttclleut dürfen nicht mitrcdcn, der Nagelschmieddarf nicht mitstimmcn wie ich."
Alban schwieg, er traute sich's nicht zu, seinen Vater zu