Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
25
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daß sein Sohn Anführer war, das schuhte ihn gegen das Räu-bervolk, denn als solches betrachtete er jetzt alle Nichtbesitzenden,die sich in der That jetzt die kecksten Waldfrevel ungeahndet er-laubten und kein Förster hatte Muth gegen sic. Dem Alban folg-ten die Dienstleutc auf einen Augcnwink und mit dem größtenEifer. Ohne besondere offizielle Erklärung wurde der ThronfolgerAlban zum Mitregenten und der Dominik, der znm Obcrknccht er-nannt war, erster Minister. Der Furchenbaucr mußte bekennen, das;Alles gut von statten ging, wenn ihm gleich die vielen freundlichenAnsprachen an Dienstleute und Tagelöhner nicht gefielen; aber eswar jetzt eine neue Welt. Hätte Alban jetzt das väterliche Gut vonihm verlangt, er hätte es ihm geben muffen, trotzdem er mitHandschlag dem Vinzenz versprochen, ihn einzusetzen und mit ihmdarauf das Abendmahl genommen hatte. Alban dachte an nichtsweniger als an derlei Dinge. Er fühlte wohl, daß sein einäugi-ger Bruder, der nicht gleich ihm in der Fremde gewesen war,sich bedrückt fühlen und neidisch gegen ihn sein mußte,' er behan-delte ihn daher trotz seines unwirschen Gebarens mit zuvorkom-mender Liebe und wo er nur konnte, stellte er ihn voran undließ ihn Befehle crthcilen. Vinzenz ließ sich das gefallen, er ver-schloß in sich hinein die Gedanken und Plane, daß wieder andereZeiten kommen werden, wo der Alban froh sein werde, wenn erihn als Verwalter oder Knecht zu sich nehme. In der Kammer,wo die beiden Brüder schliefen, herrschte Friede und Eintracht.Vinzenz sprach wenig, desto mehr aber Alban und wenn der Va-ter nach seiner Gewohnheit, von der er nicht lassen konnte, manch-mal an dcrThürc horchte, ginger kopfschüttelnd weg. Der Albanoffenbarte allzeit ein so grundklarcs lauteres Ecmüth und wardabei so geschickt und weltcrfahrcn, daß es ihm manchmal leidthat, ihn nicht in das Gut einsetzen zu können; der würde einenHof hinstellcn, wie landauf und landab keiner zu sehen war; ertröstete sich aber wieder damit, dem Alban könne es nicht fehlen, sicheine reiche Lehnbcsitzcrin zu holen, die fürnehmste, die er wolle,der Vinzenz aber war vom Vater verstümmelt und konnte sichvhnedicß nicht selber helfen.