Das war ein Jammer als der Vater mit dem einäugigenSohn heimtam und in derselben Stunde war das kleine Brüder-chen gestorben, dem die Wehmutter noch die Nothtaufe gab.
Es war nun ein seltsam zerstörtes Leben auf dem Furchen-hofe. Der alte Bauer lebte in Unfriede mit sich und mit derWelt, er schlug die Augen nieder wenn er den Vinzenz sah, dener so jämmerlich verletzt hatte und verhätschelte ihn auf allerleiWeise. Der Vinzenz zeigte jetzt ein herrisches und tückisches We-sen und lebte in stetein Hader mit seinem älteren Bruder Alban,der bis jetzt, so weit es ging, der natürliche Herrscher des Hausesgewesen war, denn er war zu Allem anstellig und allzeit aufge-weckt und wußte besonders gut mit den neuen Pflügen, Häcksel-schncide- und Säemaschinen umzugehcn, die der Furchenbauerangeschasft hatte, da er den Ruhm eines aufgeklärten Landwir-thes besitzen und es gerne so weit es seinem Vortheil entsprach,den studirten und adeligen Gutsbesitzern der Gegend gleichthunwollte. Jetzt schien Alles auseinanderzufahrcn, Niemand warmehr recht bei der Arbeit i aber ein festgefügtes Anwesen hat soviel innere Stetigkeit, daß es auch ohne besondere Leitung nocheine Weile seinen geregelten Gang fortgeht und dazu kam noch,daß Dominik sich jetzt in seiner ganzen Verständigkeit und Treuezeigte! er ließ die drinnen im Hause zanken und schelten undsorgte unermüdlich dafür, daß Alles in Feld und Stall undScheunen gehörig vollführt wurde. Der Furchcnbauer fand end-lich einen glücklichen Ausweg. Alban hatte schon oft gewünscht,in eine Ackerbauschule einzutrcten, jetzt ward ihm solches gewährt.Kam diese Gewährung auch für Alban etwas zu spät, er ließsich doch auf Zureden der Mutter, der Schwester und des Domi-nik zu deren Annahme bewegen, und nach seinem Weggangeschien auch wieder Friede uud Ruhe im Hause zu herrschen. Nursah man den Furchenbauer oft heimlich knirschen, der Vinzenzschien ihn in aller Wege zu quälen und seine Befehle zu ver-höhnen, und so reichlich er ihm auch gegen seine GewohnheitTaschengeld gab, er war nie damit zufrieden und man mußtebald da bald dort Schulden für ihn bezahlen und allerlei böse