Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
22
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Etreicke vertuschen. Vinzenz hatte es Niemanden gesagt, wie erum sein eines Auge gekommen war, die Drohung damit gegenden Vater ward eine ergiebige Quelle für allerlei Gewährung.Endlich schien auch dies; sich beizulegcn, Vinzenz wurde arbeit-samer und häuslicher und der Furchenbauer eröffncte seiner Frau,daß er sich entschlossen habe, dem Vinzenz cinstmalen das Gutzu übergeben, der Alban sei ein aufgeweckter Bursche, der sichleicht durch die Welt bringen und eine reiche Lchnbcsitzerin*)erobern könne. Die Mutter hatte nichts dagegen einzuwenden,in ihrer Heimath war es ohnedies; Sitte, das; nicht der Acltcstesondern der Jüngstgebornc das väterliche Erbe erhielt und denanderen Geschwistern eine nothdürftige Abfindung ansbczahltc.Sie ahnte wohl, daß diese Neuerung hier zu Lande und beson-ders bei Alban nicht so glatt abginge, aber sie beschwichtigte ihreSorge, ja sie freute sich vollauf der nun wieder herrschen-den Eintracht! sic war eine klnge und behagliche Frau, die dieFreude des heutigen Tages nicht mit Kummer um kommendeZeiten verscheuchte.

Ter Völkerfrühling und ein flammendes Jiinglingshcrz.

Zu Lichtmeß 48 kehrte Alban wieder auf den väterlichenHof zurück. Tie Mutter hatte ihre Freude an dem schönen Bur-schen und betrachtete ihn oft als wäre er ein Fremder. Die brau-nen Haare, die nur am ovalen Hintcrkopfe ganz glatt geschorenwaren, trug er auf dem breiten Oberhaupte gescheitelt; wie leuch-tete die weiße Stirne, doppelt hell über dem sonnverbranntenAntlitze mit dem braunen Schnurr- und Knebclbarte, wie glänz-ten die braunen Augen, die er so hoch ausschlug, daß man unterden tief hereinstehcnden Brauen gar kein Augenlid sah. Er trugein nach vorn geöffnetes kurzes graues Burgunderhemd, die so-genannte Blouse, und alle seine Bewegungen, jeder Schritt,jede Stellung und Wendung war allzeit geschlossen und mit ge-