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Am Mittag kam der wohlausgerüstcte Korb. Man saß amRaum, die Sonne im Rücken, und Erdmuthe mußte allzeit denObstmost in den zinnernen Becher einschcnke», der von Hand znHand ging.
Man kam den ganzen Tag nicht ins Dorf und schnitt un-aufhörlich bis der Abendthau auf die Felder sank und nur nochder Goldammer von den Obstbäumen pfiff und die Staare inHaufen aufflogcn. Der Vollmond kam mit röthlichem Scheinehinter den Bergen hervor und im Heimgchcn sagte Erdmuthe:
„Mir ist's immer wundcrig, daß man gar nichts davonhört, wenn der Blond kommt, daß er auf Einmal so still da ist."
Es lebte ein eigener regsamer Geist in dem Mädchen undBläsi pries im Stillen doppelt sei» Geschick, daß cs ihm so wun-derbar wiedcrgegcbcn war.
Tag um Tag verging und die Heiterkeit blieb sich gleich wiedas ständige Wetter. Am Abend hörte man im Dorfe nichtsals Futterschnciden und Dengeln. Erdmuthe half das Vieh ver-sorgen, auf das man jetzt doppelt Acht haben mußte und wareben so behend in der Küche und in der Stube. Gottfried betrach-tete sie oft mit freundlichem Blick und einmal sagte er ihr sogar:
„Wenn mein Bläsi gehcirathet hat, kannst du als Magdbei uns bleiben. Du bist anstellig."
Erdmuthe antwortete nichts.
Zum Earbeueiuführen kam Gottfried immer ins Feld unddie Sammelten betrachtend schätzte er immer richtig, wie vielGarben cs gebe, damit man wisse, wie viel Wagen man nehmensolle und keine Zeit verliere.
Die Mädchen sammelten den Männern die Aehrcn in dieWieden, Erdmuthe hatte immer das beste Augenmaß, sic durftenie etwas ab oder zuthuu und ihre Garben lagen immer wienach der Schnur gemessen in gradlinigen Gassen. Erdmuthe sahschön aus, wenn sie das Korn in ihren beiden Armen hoch hieltund die Aehrcn über ihrem Haupte wallten, ihr Kopf war allzeitverhüllt sic war nur mit dem rothen Leibrocke bekleidet und vonden Hüften bis zu dem Hals geschlossen bedeckte das Hemd die