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anmuthigstcn Formen, die sich beim Heben und Beugen leichtund frei ausprägten. Das bemerkte sogar der alte Gottfried.Trotz seiner vorgerückten Jahre hob Gottfried mit Leichtigkeit dieGarben auf den Wagen, nur beim Eiustemmcn und Aufhebensah man ihm eine Mühe an; hatte er die Garbe hoch, so truger sie leicht, wenn aber Bläsi die Garben aufnahm, war es alsob sie sich von selbst vor ihm erhöben.
Das war ein Leben auf dem Felde! Es war als ob die zahl-losen Fuhrwerke aus dem Boden wüchsen, die Mädchen glühten,die Burschen knallten mit den Peitschen, man lieh einander Wie-den, man rief einander an beim Ein- und Ausfahren, lobte, Gottdankend, die Schwere der Garben und trank einander zu.
In solcher Zeit ist eine Weile alles Leid und alle Sorge ver-gessen und die Menschen sind zu einander wie Brüder auf derMutter Schoos;.
Der Besitzer großer Ackcrbrcitcn und dcr Taglöhncr, der nureinen kärglichen Lohn davon trägt, sind eine Weile gleich, denndie Arbeit macht gleich und das Mahl auf dem Boden und derTrunk aus demselben Becher wird zum sclbstgeheiligten Liebes-mahle. Der alte Gottfried that seinen Arbeitern manche Hand-reichung, er saß bei ihnen, sprach mit ihnen und kannte keinenStolz mehr. Er scherzte sogar mit Traudle von alten Zeiten, dasic beide noch jung waren und Traudle war mehrmals nahedaran, ibm Alles zu sagen; aber sie wollte doch Bläsi nicht ver-greifen und am Abend drängte sie diesen oft, daß er dem ge-fährlichen Spiel ein Ende mache, da gerade jetzt die entsprechendeWeichheit und ein gewisses gesättigtes Wohlwollen in Gottfriedwar, aber Bläsi war weit entfernt inmitten der Ernte solch eineBewegung zu veranlassen und so mußte man sich still gedulden.
Bläsi war überhaupt wie einer, der in gewaltiger Anstren-gung eine Thüre aufgedrückt und nun fast rathlos dasteht undnicht weiß was und wie er beginnen soll. Er wollte ruhig ab-warten und er hatte dabei ein gut Thcil von jener Angewöh-nung des Bauernlcbcns, die in allen Dingen gerne Wachsthumund Reife abwartet und sich nicht leicht überstürzt.