Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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sie nachher besonders, weil sie so schnell Bescheid im Hause wußte,das Geschirr spülte und au seinen Platz stellte, ehe man sich'sversah.

Bläsi stand ausrecht im Wagen und Traudle und Erdmuthefuhren mit ihm hinaus auf die Wiese, er schalt Erdmuthe bei derArbeit ob ihrer Langsamkeit und sagte: „Du solltest Lahmeleheißen, nicht Regele." Er fand sich besser in seine Rolle als Erd-muthe, er hatte es freilich auch leichter.

Man brachte das Heu rösch und unverrcguet unter Dach undals plötzlich zwei Mäher krank wurden, hatte Erdmuthe noch einenbesonder» Triumph, sie mähte mit Bläsi und dem Knechte ingleicher Linie und blieb nie zurück. Gottfried, der wie der Schwa-ger voraus gesagt hatte, sich an der entschlossenen ThätigkeitBläsi's freute, ließ auch einen Thcil dieses Gefühls auf die neuenTaglohncrinneu übergehen und ermahnte Bläsi, nicht zu strengegegen sic zu sein. Erlachte, da ihm die Mutter sagte, die TochterTraudle's sei Bläsi nicht gleichgiltig, eben weil er so viel mit ihrzanke: er kannte seinen stolzen Sohn viel bester. Tie ganze Wocheund selbst am Sonntage kam mau nicht zu Ruhe und Besinnung,man war immer in Bedrängnis; vor dem drohenden Wetter undnur beim Esten im Felde wechselte man einige Worte. Da sagteder Knecht einmal:

„Das Bieh geht doch in Allem voraus, das kriegt das erstevom Feld und nachher kommen erst die Menschen mit ihrem Fut-ter dran."

„Das gehört sich auch," sagte Erdmuthe, „wenn man zuerstfür Andere gesorgt hat, dann kommt inan erst an sich selber unddie Kühe und Ochsen fressen das Heu für uns, wir kriegcns nach-her als Milch und Butter und Fleisch."

„Und die Gäul?" sagte Bläsi.

„Die sind unsere Arme, die müssen für uns Pflug und Wagenziehen."

„Dein Maul braucht keinen Wetzstein," lachte der Knechtund Bläsi nickte still zu Erdmuthe.