Als man am Wegweiser beim Apfelbaume anlangte, rannteErdmuthe ihrer Begleiterin vorauf, grub nach Anweisung Bläsi'san dem Baume und fand einen silbernen Ring von jener Artwie sie ein Bursche seinem Mädchen als Vcrlobnngsring giebt.Sie steckte ihn an den Finger und küßte ihn, und Trandle wardie erste, die ihr glückwünschte: sie hatte bis jetzt doch noch anBläsi gezwcifelt, nun war auch sie bekehrt. Erdmuthe erzählte,wie sic hier einst mit Bläsi gesessen und lichte Freude durchströmtesie; als sie wieder aufstand war sic voll frischer Kraft, das;sic fliegen zu können glaubte. Noch einmal mußte sie von derWehmuth sich bewältigen lassen; sie schaute hinüber nach jenerBuchcnumhcgung, daraus die schwarzen Kreuze schauen, sie durftejeßt nicht dort sich niederwerfen, sie war eine andere und sie wareine Bettlerin, die barfuß und demüthig in ihre Heimath cinzog.Sie hatte sich vor dem Dorfe die Schuhe anziehen wollen, aberTrandle hatte sie bedeutet, daß sich das für eine Taglöhncrin nichtschicke und ihr übel ausgedeutet würde. Sie schaute kaum auf alssic durch die Gaffen ging und wendete gewaltsam den Blick abals sie zum Elteruhause kam. Der lahme Klaus saß wiederumauf der Stcinbank und strickte, er stierte sic an, der Knäuel unterdein Arme entfiel ihm, er erkannte sie nicht, und doch wäre dasErdmuthe jeßt lieb gewesen, denn sie zitterte im Herzen vor allder Verstellung, die sic üben sollte; sie sollte den Menschen nahen,die ihr allein ans Erden geblieben waren und keine Hand nachihnen ansstrccken, kein Licbeswort ihnen sagen.
Tie Schultheißin hieß Trandle und ihre Tochter willkommenund gab ihnen ans der Hausflur zu essen, ans der Stube hörteman die laute Stimme Gottfrieds, der den Streit zweier Männerzu schlichten suchte.
Bläsi ging an den beiden Frauen, die ans dem Schooße aßen,vorüber und sagte: „Gscgn' es Gott. Trandle, ich glaub' dein'Tochter ist ein bisle heikel, red ihr zu, daß sie essen soll, ihr krie-get nichts mehr bis auf den Abend und ihr könnet gleich mit mirhinausfahren und helfen Heu cinthun."
Erdmuthe aß mit gutem Appetit und die Schultheiß!» lobte
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