Der Heimgang der Verhüllten.
Erschien Bläsi seinem Schwager, mit dem er heimwärts fuhr„als ein Wunder, so erschien ihm die ganze Welt nnd er selber sichnoch mehr als ein solches. War's denn möglich, war's nicht einTranm, daß Erdmnthc wieder da war? Er schrak zusammen alser diesen Namen in sich hineindachtc als hätte er sich vcrrathcn,und leise vor sich hin sagte er: „Regele."
Die beiden Frauen gingen barfuß den Weg neben der Straßennd trugen ihre Schuhe auf den Rückenbündcl geknüpft; Bläsideutete schon von ferne mit der Peitsche nach ihnen und fragteseinen Schwager:
„Was meinst, daß mein Vater dazn sagen wird, daß ich siegedingt habe?"
„Der wird sich freuen, daß du wieder so hellauf bist und dichauch wieder von selbst um etwas annimmst und Muth hast."
Bläsi knallte mit der Peitsche als er an den beiden Frauenvorüber fuhr, die still grüßten, er knallte fort und fort hin undher, das war ja das einzige Frcudenzeichen, das er, ihnen alleinverständlich, kundgeben konnte und Erdmuthe verstand die innereMusik, die aus diesem unmelodischcn Knallen hcraustönte. Eieging den stundenlangen Weg still mit Traudle nnd nur manch-mal klagte sie über die Beschwerlichkeit des Gehens:
„Ich bin die halbe Welt ausgewandcrt, und jetzt ist mir'sals ob mir bei jedem Schritt die Knicc brechen."
Sie hatte heute schon zu viel erlebt, um noch bei rüstigerKraft zu sein. Traudle wollte auf Bläsi schelten, daß er sie nichtmit auf den Wagen genommen, aber sie mußte auf die Einredenihrer Begleiterin bald schweigen.