Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
315
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hintersinnt?" fragte Traudle mit steigender Angst und pralltescheu zurück als Bläst sie durchbohrend anschaute.

„Was willst von mir? Was hast?" fragte er endlich.

„Hinter der ober» Mühle am Bachsteg wartet ein Mädle aufd'ch und hat mich zu dir geschickt. Sag, thut dir's nichts, wennich dir sag wer's ist? Sag'sdoch. Es ist ein Mädle, es bringt dirBotschaft von der Erdmuthe."

Als ginge plötzlich die Sonne auf, so hell wurde das AntlitzBläsi's, er faßte Traudle am Arme, das; sic laut aufschrie.

„Wo ist das Mädle? Wo?" fragte er.

„Komm mit."

Er ging raschen Schrittes neben Traudle und als sie überden Weg kamen, sah er eine verhüllte Frauengestalt mit einemweißen Kopstuche und einem Bündel auf dem Rücken, ähnlich wiesie aus der Umgegend aus Wallfahrten ziehen. Tie Gestalt saßunter dem Wcidcnbaume in sich zusammcngekauert, jetzt richtetesie das Haupt empor, ein braunes Auge leuchtete, die Gestaltrichtete sich auf und Vläsi rief:

„Bist du nicht? . . Heiliger Gott im Himmel, du bist's."

Ein Freudenschrei ertönte, den das gewaltige Rauschen desStromes nicht verdecken konnte. Erdmuthe und Bläsi lagen ein-ander in den Armen.