eher strahlende Mädchcnblick der sich auf ihn heftete, wendete sichnncrwidert wieder ab.
Am Morgen als Wagen an Wagen den Bräutigam undseine Familie sowie die auswärtigen Anverwandten des eigenenHauses brachte, ging Bläsi wie verloren hin und her und Hattofür Niemanden einen rechten Gruß. Er zwang sich beim Tanzezur Lustigkeit, aber man sah, das; cs ihm nicht Ernst damit warund doch ahnte Niemand außer der vcrhcirathetcn Schwester imDorfe was mit ihm verging. Beim Abschiede der Rosel weinteBläsi am meisten.
Wenn er im Torfe oder auf dem Felde war und ein Wagendie Straße dahcrrollte, rannte er ihm aus dem Hause oder vomAcker mit pochendem Herzen entgegen, es konnte nicht anderssein, Erdmuthe mußte kommen, aber immer waren cs fremdeMenschen die des Weges kamen und staunend auf den Burschensahen, der bei ihrem Anblicke wieder zurück rannte. Oft und oftnahm sich Bläsi vor, sich um kein Wagengeränsch mehr zu küm-mern, aber so oft er wieder ein rasches Nennen hörte, ließ esihn nicht an der Stelle und nur noch dicßmal und dießmal wollteer sichs gestatten, bis er auch endlich davon ablicß.
Da brachte eines Morgens die Landeszcitung, die Gottfriedals Schultheiß — oder wie der abgeschmackte neue Kanzleistilheißt, als „Gemcindcvorstand" — halten mußte, eine erschreckendeKunde ins Haus, denn eine gerichtliche Anzeige forderte alleGläubiger Cyprians auf, sich zu melden, da er nach Amerikaauswandcrn wolle, fügte aber sogleich bei, daß Niemand ans Er-saß hoffen dürfe, da Evprian auf Kosten seines Kindes ersterEhe auswandere. Während Gottfried solches in der Stube las,war Traudle zu Bläsi in den Stall gekommen und brachte ihmden lcßtcn Abschicdsgrns; von Erdmuthe, sie war mit dem Vaternach dem Seehafen voransgeeilt, die übrige Familie sollte erstnach der geschlichen Frist Nachkommen. Traudle erzählte viel,wie schwer Erdmuthe der Abschied geworden sei, und doch wußtesic, die allzeit die Vertraute gewesen, nicht anzugebcn, warumsich Erdmuthe doch noch zur Auswanderung bewegen ließ. Traudle