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„Du solltest dich eben an uns halten, ich will nichts gegendie Deinigen sagen, so viel sichst aber doch, daß wir ganz andereLeute sind und du solltest dich freuen, daß du so einen Anhanghast. Sag, Hab ich nicht Recht?"
„Freilich, aber wenn mein Vater im Zuchthaus säß', ichmöcht doch bei Niemand in Gnade sein, ich thät dienen und be-hielt' mein' Ehr für mich."
„Das ist in Ordnung, den Stolz, den hast du doch nur vonunserer Familie, du gehörst doch zu uns, aber du brauchst nichtdienen, im Gegcntheil. Wenn man nur wüßl', ob du . . . ichhab dich von Herze» lieb und ich laß dich nimmer davon —"Er umschlang ibrcn Hals und drückte einen Kuß auf ihre Lippen,aber sie entwand sich ihm.
„Hast du mich denn nicht auch lieb? Warum weinst dennjetzt? Warum weinst?" fragte Vläsi mit bebender Stimme.
„O Bläsi," begann Erdmuthe endlich, „das ist nicht recht,das ist gcfrevelt, wir müssen scheiden, auf ewig scheiden, das darfnicht sein."
„Was darf nicht sein?"
„Ich Hab mir's nie gestehen wollen und jetzt darf ich's auchnicht, denk du lieber, ich sei schon lang gestorben."
„Das will ich aber nicht. Sag's frei, magst mich oder nicht?"
„Ach Gott, ich kann dir's nicht sagen, wie lieb —" Sieumhalste ihn und lange hielten sie sich fest in den Armen, dieganze Welt war vergessen und sie hörten nichts als das Klopsenihrer Herzen und sahen nichts als das eine in das Auge desandern. Bläsi gewann zuerst wieder das Wort:
„Willst du jetzt noch einmal heim?"
„Ich muß ja, ich muß."
„Es ist auch gut. Mein Vater ist grimmig gegen dich wieich ihn noch nie gesehen Hab', aber das wird sich schon geben.Hast denn gar nichts geahnt, wie du zu uns kommen bist?"
„Ich weiß nicht, wie ich gegen das Dorf kommen bin, istmir's gewesen wie wenn mich der Boden fcsthaltcn thät und dannbin ich da drüben gewesen aus dem Grab meiner Mutter, und