Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
305
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gesehen Hab und dich nicht Hab anreden dürfen. Und mein Vaterauch, er red't nicht viel, aber er ist grundgnt, du kennst ihn nichtund dein Vater —"

„Sag nichts, cs ist recht, daß du deinen Vater lobst und ichwill dir Alles glauben, aber mein Vater ist auch mein Vater undich laß nichts aus ihn kommen —"

„Eben das, wie ich das gehört Hab, Hab ich noch mehr Re-spekt vor dir kriegt. Aber das haben wir jetzt nicht auszumachen.Wir scheu sicht da bei einander wie wenn wir beide keine Elternhätten und ganz allein auf der Welt wären, so ist mir's, wic'sdir ist —"

Bläß hielt innc und trocknete sich den Schweiß von der Stirne,'vor sich nicdcrschauend fragte Erdmuthe:

„Warum hast mir denn kein gut Wort geben, wie ich in'sDorf kommen bin?"

„Weil ich gemeint Hab du bleibst bei uns und da hätt sichschon schickliche Zeit gefunden und ich Hab dir auch nichts imVoraus geben wollen. Du hast mich dein Leben lang geplagtgenug, von damals an wo du mir die Kirschen nachgeworfen hast,ich Hab dir's eintränkcn wollen —"

Die gekrümmte linke Hand auf Kinn und Unterlippe gedrücktschaute Erdmuthe den Bläst mit flüchtigem Lächeln an, dannfragte sie:

„Warum bist denn jetzt anders?"

„Weil du jetzt Alles wieder auseinander sprengst, weil duin Feindschaft davon gehen willst, das ist nicht recht, das ist nichtbrav, das ... das leid ich nicht. Du gehörst zu uns und nichtzu denen in Lcutershofen und du sollst uns nicht nachsagen,wir hätten dich verstoßen —"

„Das sag ich nicht, und es wär' ja auch gelogen."

„Das mein' ich auch nicht, du verwirrst mir ganz meineWorte, du redest mir so drein, daß ich nimmer weiß wo ich steh—"„Ent, ich will ganz still sein, so red du allein."

Eich die Hände reibend und eine gewaltsame Bedächtigkeiterraffend begann Bläsi wieder:

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