Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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„Was kann Ich denn thun?"

„Hör ruhig zu, hör nur. Schau, du wirst heute großjährigund du kannst dir den Himmel auf Erden verdienen, du ziehstdein Vermögen an dich, cs bleibt dir, ich nehm' dir keinenGroschen davon als was wir zur Reise brauchen, drüben könnenwir uns schon selber helfen. Verstehst mich? Verstehst, was ichmein?"

„Ja, ja, das thu ich von Herzen gern, das Traudle hatdas schon lang geahnt und hat mich bereden wollen, ich soll'snicht thun, aber ich thu's doch, da habt Ihr mein' Hand drauf.Machet nur, das; Niemand was davon erfährt —"

„Nicht so, liebes Kind, das geht nicht. Du mußt vor Gerichtdein Sach verlangen, du kannst's jetzt —"

„Könnet Ihr nicht das für mich?"

„Nein, du mußt selber und es hat gar kein' Gefahr dabei,du brauchst kein' Angst haben. Nur mußt fest bleiben. Wirstsehen, sie werden Alle kommen und werden sagen, dein Vater istein Lump und er verputelt dein Vermögen auch noch und so undso. Da mußt dich nicht abspenstig machen lassen, von Gutem undvon Bösem nicht. Kannst das? Du kannst wenn du willst undwenn du daran denkst, daß du deinen Vater und die Dcinigcnvon Schand und Tod errettest —"

„Ja, ich kaun's, Ihr werdet sehen, ich kann's, ich thu denEhrenschmuck an und halt ihn in der Hand und da wird mirkein Wort im Hals stecken bleiben. Verlasset Euch darauf."

„Schwör mir: so wahr wie dir dein' Mutter im Himmelbcistehen soll, daß du fest bleiben willst."

„Ich brauch' nicht schwören. Lasset mich's so ausführen, esist mir leichter. Trauet Ihr denn Eurem Kinde nicht?"

Cyprian verbarg sich mit der Hand rasch die Augen undsagte schnell: „Alles, Alles, du liebes gutes Kind." Er sagte ihrnoch, daß sie das Halsgcschmcide verborgen halten müsse, dasonst Niemand etwas davon wisse und er seinen Stolz dareinsetze, sür schlechter zu gelten als er sei.

Als Cyprian zu sciucr Frau in die Stube kam, sagte er zu ihr: