Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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war noch ein Gewand aus der ehrenfesten Bauernzeit, das sichschon auf das zweite Geschlecht vererbt hatte. Ter kleine rundeStrohhut mit gewässerten schwarzen Knüpfbändern mit rothenWeltrufen verziert, die rothen Zopfbänder, die schwarzsammtneauf dem Rücken weit ausgcschnitteneJackc, der sogenannte Schoben,das Scharlachmiedcr mit den silbernen Nesteln und Kettchen, deraus Silbcrdraht und Felbclschnürcn gedrehte Gürtel, ein beson-derer nur an Ehrentagen getragener Schmuck, der blaue faltigeRock mit den verschiedenfarbigen Einfassungen, die feine weißeSchürze, die rothen Strümpfe und Stöckleschuhe, Alles das er-warb Gottfried eines nach dem andern und legte cs wieder mitAndacht in die kenntlichen Falten, da cs der Ausrufer auseinan-der gerissen hatte. Er sprach kein übriges Wort und nur denjedesmaligen Kaufpreis. Als aber jetzt wieder ein Stück Haus-rath an die Reihe kam, gebot er Stille und fragte den Ausrufer:

Ist die siebenfache Granatcnschnur mit dem Schwedcndu-katen nicht auch dabei?"

Den Halsschmuck Hab ich," lachte Cyprian,ich Hab mirihn durch die Gurgel laufen lassen."

Gottfried knüpfte still alles Erworbene in ein weißes Tuchund ging damit fort.

Vor dem Hause traf er die kleine Erdmuthe, sic saß auf derStcinbank uud weinte.

Was ist? hat dir Jemand was than?" fragte er, dieHandauf das Haupt des Kindes legend: das Kind antwortete nichtund er fuhr fort.

Kann mir's denken, daß dir in dem Durcheinander bangist: cs sieht sich Niemand nach dir um. Hast denn was zu Mittaggcsscn?" Las Kind nickte bejahend, und abermals sagte Gott-fried :

Möcht' dir gern noch anders helfen, aber ich kann nicht.Sei nur geduldig und folgsam und halt dich brav, und wenn dugroß bist und so brav wie dein' Mutter selig, schau, da darin istihr schönstes Gewand, aber brav mußt du sein und denk du hastnoch einen Annehmer in der Welt, du verstehst das jetzt noch