Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
283
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nicht, aber du wirst's schon kennen lernen. Jetzt heul' nicht mehrund las; dir's nicht verbieten und komm auch noch zu mir eh dufortgehst. Jetzt heul' nicht mehr."

Gottfried ermahnte das Kind zur Fassung und ihn; selberquollen trotz aller Gegenwehr Thräncn aus den Angen und ertrocknete sie mit einem Zipfel der Schürze ab, die aus dem Bün-del hervorhing; das Ehrengewand der Seligen saugte seineThränen auf. Er gewann schnell wieder seinen Halt, denn Trandlekan; aus den; Garten herbei, sie gab Erdmuthe mehrere Zwetsch-gen und hier bewährte sich wieder, das; Zukunftsvcrsprcchungcnbei einem Kinde nichts verschlagen, die gegenwärtigen Zwetschgenwirkten mehr als der versprochene Ehrcnschmuck vom Oheim.Erdmuthe war heiter und Gottfried sagte Traudlc, das; sie jedesJahr ein Weihnachtsgeschenk von ihm zu erhalten habe, so langesie bei Cyprian bleibe und auf das Kind Acht habe. Trandle ver-sprach es, schon um der Verstorbenen willen.

Ich habe mein Kind meiner Schwester in Lichtcnhardt qebcnmüssen," setzte sie hinzuich will die Erdmuthe für das meinigeanseheu."

Traudlc war eigentlich die Schwägerin Cyprians zu nennen,denn sie war mit ihrem Kinde die Hinterlasscne seines Bruders.Dieser, ein weit bekannter übermüthigcr Geselle, war bei einerHochzeit in Isenburg ertrunken. Der Wirth hatte vier überzäh-lige Gläser Glühwein an einen Tisch gebracht, da rief der BruderCyprians:Nur her, sie sind alle mein, und als er heimwärtsging, verfehlte er den Weg und ertrank. Als die Schwester Gott-frieds heirathcte, nahm sie Trandle zu sich ins Haus und so warsie in demselben verblieben und hatte sogar über Cyprian einegewisse Gewalt.

Cyprian verbot es strenge, das; Erdmuthe noch im Hansedes Oheims Ade sagte, er hatte nichts mehr, womit er Gottfriedkränken konnte als dieses und er wollte es ausnutzen. Gottfriedhatte ihn; die Freude des Umzuges durch den Rechtsstreit unddurch die Verluste verdorben, er zwang sich nun zu übertriebener