Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
281
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zwischen Cyprian und Gottfried brachte: es kantete zu Gunstendes letztem. Tie Versteigerung wurde nun auberaumt, aber dieHollmariuger sind stolze wohlhäbige Bauern, sie lassen es nichtleicht dazu kommen, das; sich ein Fremder durch Güterankauf beiihnen ansässig mache, sic sind froh, wenn einmal ein Acker beiihnen käuflich wird, um das eigene Gut zu vergrößern oder einKind dadurch im Orte zu behalten. Es fehlt daher in Hollmarin-gcu meist an fremden Käufern und die Helfershelfer, die Cyprianausgestellt hatte, brachten nur wenig zu Stande; man lies; ihneneinige Güter zuschlagen, vollkommen gewiß, das; sie sie bald wie-der verkaufen müßten. Das Haus und den größten Theil derGüter erwarb Gottfried unter dem Namen eines Schcinkäufers,und Cyprian war aufs Neue ergrimmt als er dies; merkte. Ob-gleich er die Sitte des Dorfes kannte und dabei den erklecklichenKaufpreis erzielte, glaubte er sich doch übervortheilt und bei demWeine, der damals noch während der Gütcrvcrstcigcruug getrun-ken wurde, machte er seinem Grolle auf das ganze Dorf und vorAllem auf Gottfried Lust. Mau lies; ihn schimpfen wie er wollte,er war nicht mehr ebenbürtig und man verzieh ihm leicht seinenklnmuth darüber. Ein namhafter Theil des Kaufschillings bliebals unantastbare Hypothek zur Sicherung des Muttergutes fürErdmuthe stehe». Um den nicht aus der Fassung zu bringendenGottfried zu kränken, kündigte Cyprian an, das; er Tags daraufmit dem Hausrath auch eine» vollständigen Hochzeitsanzug undzwar den seiner verstorbenen Frau verkaufe. Alles sah auf Gott-fried und nur die gedungenen Steigerer Cyprians tranken nochvon seinem Weine, alle anderen gingen stille und ohne den übli-chen Johannistruuk davon.

Am andern Tage, bei der Versteigerung des Hausraths,war Gottfried fast das einzige Mannsbild unter den versammel-ten Frauen, und erst gegen das Ende wurde in der That derEhrenschmuck der Verstorbenen zum Verkaufe gebracht. Man sahund hörte Gottfried nicht an, was in ihm vorging als er einStück des Gewandes nach dem andern zu hohem Preise erwarb.Er inachte sein Anbot immer mit gleicher ruhiger Stimme. Es