Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
272
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Während Gottfried noch sprach, rollte ein Wagen mit lär-menden Insassen die Straße herauf, Gottfried steckte den Kopfzn dem kleinen Schiebfensterchen hinaus nnd erkannte trotz derNacht an den Pferden nnd an den lärmenden Stimmen denCyprian mit seinen Schmarotzern, die weiter oben im Dorfe voreinem stattlichen Hanse anhielten, unter Geschrei nnd Lachen nachLaternen riefen, nnd als diese und funkelnde Lichter kamen, er-neute sich der Lärm, der doppelt laut durch das stille schlafendeTors drang.

Du hast einen Nansch wie ein Haus."

Nein, jetzt wie zwei Häuser," horte man rufen nnd einMann wurde in den erleuchteten Hausflur getragen.

Du solltest noch zu Um, hinaufgchcn, er wird ja zum Kin-dcrspott wie er's treibt," sagte die Frau als Gottfried tief auf-athmcnd sich in die Stube zurück wendete.

Hat bis morgen Zeit," erwicdcrte Gottfried,ihr Weibermeint immer, der morgige Tag lauft davon."

Wenn du dein Schwestcrkind in's.Haus nehmen willst, mirist's rechtschaffen recht; das Kind verkommt so in dem Durchein-ander nnd bei der herben Stiefmutter."

In Gutem läßt er mir auch das Muttcrgut nicht und läßter mir auch das Kind nicht. Mein' Sach ist jetzt nur, dafür zusorgen, daß meiner Schwester Kind nicht in Armulh kommt; wiees ihm sonst geht, dafür muß Gott sorgen und die Verstorbenewird über cs wachen"

Der feste Ton des gelassenen Mannes gewann bei diesenletzten Worten etwas Bebendes, er fuhr sich mit der Hand überdas ganze länglich schmale Antlitz, stand auf nnd ging mit schwe-ren Schritten nach der dunkeln Kammer, sich zu Bette zu legen.

Cyprian hatte vor Jahren die einzige Schwester Gottfriedsgeheirathct, von der ein einziges Kind übrig geblieben war, dasden Namen der Verstorbenen, Crdmuthe, trug. Seit der Wiedcr-vcrheirathung Cyprians lebten die Schwäger in einem lauen Ver-hältnis;, das noch dadurch fremder wurde, weil Cyprian sich einemgewissen unruhigen, Zerstreuung suchenden Leben hingab und mit