Gottfried von Hollmariugen.
,,^er Cyprian hat heute das Sonnenwirthshaus in Len-tershofen gekauft," berichtete der Oberknecht des SchultheißenGottfried von Hvllmariugcn, als dieser am Abend mit Kindernund Gesinde bei Tische saß.
„Woher weißt's?" fragte der Schultheiß.
„Bin beim Weinkauf gewesen. Geht lustig her. Sißen ge-wiß noch bei einander."
„Wie theuer hat er gekauft?"
„Haus und Aeckcr für sieben tausend Gulden und zwei hun-dert Gulden Schlüsselgeld für die Frau. Soll billig sein, sagenalle Leut'."
Weiter wurde bei Tische nicht gesprochen. Erst als der Sohn,die beiden Töchter und das Gesinde die Stube verlaßen hatten,sagte die Frau:
„Laß dich's nicht zu arg verdrießen, daß dein Schwager dirgar nichts von seinem Vorhaben gesagt hat —"
„Ist schon lang mein Schwager nicht mehr. Das Kind isttodt, die Gevatterschaft hat ein End."
„Deiner Schwester Kind lebt ja noch."
„Freilich, freilich, das paßt jetzt nicht, aber ich will ihm dochzeigen wer ich bin; bin ich sein Schwager nicht mehr, so binich doch noch der Gottfried von Hollmaringen und er soll mirnicht mit Unrecht vorgeworfen haben, mir reißt man nichts ausder Hand, ich halt scsi wie eine Bcißzang. Ich Hab jetzt eine Staats-beißzang und das ist das Gesetz; das Muttergut von meinerSchwester Kind darf er nicht mit ins Ausland nehmen, morgenam Tag schieb' ich ihm einen Riegel vor."