Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
266
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seinen Hülseruf. Am Mühlrechen erhaschte er das Haupt des Kna-ben und schrie, an die Lust gekommen, mitletzterKraftumHülfe;da wurde die Mühle gestellt, die Mühlknappen kamen mit Stan-gen herbei und halfen Scb und dem Knaben aus dem reißendenStrome.

Der Knabe hing leblos in den Armen des Vaters. Da drangein gellender Schrei wiederhallcnd durch das Thal, Zilge standhänderingend am Ufer. Die Müllerin eilte über den Steg zu ihrund hielt sie fest.

Eine Viertelstunde entschlichen Jammers war in der Mühle,man rieb den Knaben, der blau geworden, leblos da lag, undals er endlich viel Wasser ausspie, die Augen aufschlug und siebald wieder schloß, hochauf athmete und den Kopf zurückwarf,fiel Zilge ihrem Manne um den Hals:

Jetzt kannst du mit mir machen, was du willst. Verzeihmir nur," rief sie.

Weil ich das Kind aus dem Wasser gezogen?" fragte Scb.

Nein, du hast mich auch aus dem Tod geholt, mich auch.Hättest du nur auch meinen Trauring wieder mit hcraufgcbracht,"sagte Zilge.

Laß ihn versunken sein, ich Hab einen neuen, sich, den Habich dir aus der neuen Welt mitgebracht i jetzt sasse ich dich inGold."

Und als der Knabe zum crstenmale sprach:

Vater, ich Hab mich nicht in's Wasser stürzen wollen, thu'mir nur nichts," zog Seb seiner Zilge den neuen Trauring an,und sie kniete vor ihm nieder und bat Gott und ihren Manntausendmal um Verzeihung und Vergebung. . . .

Gerade auf den Jahrestag, an dem der Grundstein zu demeigenen Hause gelegt worden war, hatte Seb die Abreise be-stimmt.

Am Abend als der Thau sich auf den Roggen senkte, dereben aus den Aehren schoß, gingen Seb und Zilge Hand in Handwieder die alten heimlichen Wege durch die grünen Gartenhecken,die jetzt so knospenartig dusteten und von Vogclgcsang erschallten.