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schlagenem Blicke dastand; seine Lippen zuckten; bald aber gingdas Necken der Kameraden los:
„Jetzt wird euch euer Hänsle verkauft. Dein Vater hat eineSchwarze gehcirathet."
So zwitscherten die Jungen, wie die Alten sungen. Johan-nes schlug um sich auf Jeden, der ihm nabe kam, dann raunteer laut heulend das Dors hinauf und stand nicht still, wenn ihnManche fragten, warum er weine; er rannte unaufhaltsam fortheim zu seiner Mutter. Zilgc stand in der Küche, und schnittBrod ein für eiucSuppc: „Mutter gib mir das Messer", schrieJohannes, „ gib'smir. Wenndcr Vater kommt stcch ich ihn mit todt."
Zilge entfiel im Schreck ob dieser Worte das Messer aus derHand, sie wies den Knaben scharf zurecht, in ihrem Innern abertrauerte sie tief, da sie nun immer gräßlicher wahrnahm, welchein Kind sic mit ihrem Hasse groß gezogen. Und dennoch wälztesie die Hauptschuld ans Scb. Sollte ei» so schlechter Vater einbraves Kind haben? Mußte sein Thun das Kind nicht dasGräßlichste lehren? Welch cin mnthigcr aufgeweckter Knabe wäredas unter dem Auge des Vaters geworden, und mit welchenVerbrechen wird er nun sein Leben erfüllen? . . .
Sie wußte das Kind nicht anders zu beruhigen, als indemsie ihm sagte: „Dein Vater kommt nie mehr wieder, und dubist mein Sohn und mußt brav und meine Stütze im Alter sein."
Dieses letzte allein beschwichtigte endlich den unnatürlich er-regten Knaben; aber noch als ihn die Mutter schlafen legte,wollte er nicht beten, und als er endlich auf ihr Bitten die Wortesprach: „Lieber Gott behüt meinen Vater —" da warf sich Zilgeans ihn nieder und bedeckte ihn mit Küssen.
„Wirst scheu ich wcrd' für dich sorgen", bethcnerte das Kindund schlief endlich ein.
Zilge zündete kein Licht an und saß am Fenster, bald vorsich nieder bald in den sternglitzernden Himmel schauend, woSternschnuppen hin und herflogcn; sic hatte nichts mehr, dassie sich dabei wünschen konnte, als: Gott möge ihre Kinder in sei-nen Schutz nehmen, und sic brav werden lassen.