Erträgnis;. Im stillen Denken über Feld und durch den Wclldsetzte sie sich oft auch Termine, indem sie, ihres Mannes geden-kend, sagte: „Wenn er bis da und da nicht heimkömmt, so sindwir beide verloren, er und ich, auf ewig geschieden." Er kam nichtund sie war nur froh, das; sie diesen Vorsatz gegen Niemandenausgesprochen als zu sich selber, sie konnte den Termin wiederweiter hinansrücken, und sie that es und malte sich's glückseligans, wie sie ihm vergebe. Eie legte einmal mehrere Wochen densilbernen Trauring ab, den sie von Scb an der linken Hand trug,aber wenn sie in ein Haus kam, verdeckte sic mit ihrer rechtenHand die linke, und da Niemand bemerkt hatte, das; ihr etwasfehle, zog sie still den Ring wieder an, und nur der kleine Jo-hannes bemerkte dies, denn er fragte: „Hast deinen Ring wie-der gefunden?"
Als aber Sommer und Winter vergingen und keine Nach-richt, nichts kam, setzte sich wieder eintöniger Has; in ihr fest. Erwar cs ja, der sie so in die Welt hinaus trieb. Wie kann er dasje wieder entgelten?
Im Vorfrühling schritt sie einst im Rcgcnstnrme die Straßeam Neckar dahin, der Wind wollte sie umreisten und machte ihrdie rcgentriefendc» Wangen glühen, da stand sie still und plötz-lich übcrkam es sie, als müßte sie sich hinabstürzcn und den Todsuchen in den Wellen: aber sie jagte rasch davon, und als siehcimkam, bat sie den Lehrer, ihr doch den Johannes ans einigeTage aus der Schule zu entlassen, das; er mit ihr gehe: sic ge-stand nur halb, wovor sic sich fürchtete, aber der Lehrer willigtedoch ein. Im Geleite des Knaben, der ein Bündel trug, erfuhrsie nun immer mehr, welch eine Hastigkeit gegen den Vater inder Brust des Kindes waltete: er erzählte ihr, wie der Zieglerihm gesagt: Scb habe in Jammerika eine Schwarze geheirathet undwolle nichts mehr von seiner Frau und seinen Kindern. Zllgegab sich viele Mühe, den Vater zu loben, aber es wollte ihr beiihrer Gcmüthsstimmung nicht gelingen.
Eines Mittags suchte sie im Weitinger Walde unter einemAhorubaume mit ihrem Knaben Schutz vor einem Platzregen.