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4 (1854)
Entstehung
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nicht an. Ost mußte sie in überwallendcr Empfindung sich auf-richten, wenn sie daran dachte, wie lieb sie doch ihren Seb hatte,und sie machte sich Vorwürfe, daß sie ihm das nie so gezeigt; sieberuhigte sich aber bei dem Gedanken, das; sie bei seiner Heim-kehr ihm den Himmel auf Erden schassen wolle. Sie sah jetzt dieRechtschaffenheit nnd den Biedersinn Seb's in vollem Glanze,und wie getreu und sparsam er war, und wie er sie hoch hielt.Keine Frau weit und breit hat einen brävern Mann. Ja, sieschalt sich innerlich, daß sic nach Vollendung des Kirchcndachesihn nicht gelobt habe, sic hatte ja selber diesen übermüthigenEhrgeiz in ihm gepflegt.

Während sie soust den verdicnstlosern, Ocl und Holz verzeh-renden Winter fürchtete, freute sic sich jetzt darauf; da kehrt Sebheim, und sie sah oft staunend auf die Kinder, sie war jetzt sehn-süchtiger nach ihm, als da sie Braut war. Ihr Herz pochte soheftig, wie an jenem zweiten Abend, nachdem sie ihn Tags vor-her zum erstcnmale geküßt, alle Küsse, die ihr Seb je gegeben,entbrannten jetzt wieder auf ihren Lippen, und leise und verstoh-len sang sic sich jetzt am Stickrahmen die Lieder, die sie einst mitSeb gcsnngcn. Der kleine Johannes hütete sein Schwesterchengut, und Zilgc hatte viel stille Zeit zum stillen Denken undGrübeln. Wenn der kleine Johannes am Abend betete und denVater in Gottes Schutz befahl, sprach sie dem Kinde immer dieWorte leise nach, und oft in stiller Nacht schaute sic stundenlangzu dem Fenster hinaus über die Wiese nach den jenseitigen Wald-bcrgcu, die waren auch dunkler als die Nacht. Zilgc war cs oftso bange, daß sic fast laut anfschrie, und doch schalt sie sich wie-der ob dieses ungerechten Zagens; sic zwang sich zur Munterkeit.Als aber der erste Schnee fiel wurde sie plötzlich tief traurig, sieberedete sich, daß wol in den Würmern Ländern noch Heller Herbstsei, aber immer mehr sagte ihr eine innere Stimme: Er kommtnicht, er kommt nie mehr, du bist einsam und verlassen... Siewollte diesen Gedanken wieder ausrcißcn, er sollte sie nicht hin-dern ihren; Manne mit voller Liebe entgegen zu kommen, undhundertmal ließ sic sich von Johannes die Worte vorsagen, die