Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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sie mitnehmc, er aber willfahrte ihr nicht und sagte, sie könnesie verpfänden, wenn sie kein Geld mehr habe. Wiederum stolzschwur sie, daß das nie geschehen würde, und endlich ging Scbvon dannen.

Die Kinder schliefen noch, das kleine Töchtcrchcn mit seinenrothgcschlascnen Backen zuckte zusammen als er es küßte, undder Knabe Johannes, der unbewegt fortschlief, schrie noch alsSeb die Hausthüre znmachtc, plößlich:

„Vater bleib' da!"

Seb reichte noch Zilge die Hand, preßte die Lippen zusam-men, und fort rannte er, als jagte Jemand hinter ihm drein.

Ein Bauer der am frühen Morgen seine Wiesen im Thalewässerte, sah den Scb lange, wie er dcm Storchcnpaare znschantc,das gemächlich steif und stillernst durch die Wiesen stelzte, dieFüße hoch hob, und mit Kopf und Hals stets rechts und linksnickte. Als der Bauer den Scb anrief, sagte dieser: „Ich gehauch in die Fremd, und komm vielleicht vor dem Winter oderFrühjahr nicht wieder." Der Nachbar Küfer traf Seb in derStadt, und ihm gab er den ausdrücklichen Auftrag, seiner Irandie Botschaft zu bringen, sic möge keine Sorgen haben, wenn sievielleicht lange nichts von ihm höre.

Das waren die lcßtcn Nachrichten, an denen Zilge langeihr Hoffen und Harren befriedigen mußte.

Siebenmal einsam.

Schon am ersten Tage nach Scb's Abwesenheit hatte Zilgefast keine Ruhe mehr am Stickrahmen, ja, was ihr seit Jahrennicht geschehen, traf ein, sie mußte die Arbeit eines ganzen Ta-ges wieder auftrcnnen, und da sie keines Tageslohn's entrathcnkonnte, mußte die Nacht das Verfehlte wieder cinbringcn.

Sie hatte stets einen halben Gulden besonders gelegt, damitsie den Brief gleich bezahlen könne, den Seb ihr aus der Fremdeschicke, und sagte sic sich auch wieder, daß er von seinem Ver-dienste den Brief frei machen könne sie rührte doch das Geld