Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
204
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Ja, ich sag's für ihn, ja, mein Franzscph hat heut Nacht desWasserstiefels Hopfenacker abgeschnitten »nd umgcstürzt nnd hatrechtschaffen Recht daran gethan. Wir sind Manns genug fürden Schaden aufzukommcn, wir brauchen den Gcmeindcbettelnicht, und die Paar Wochen Straf bringen ihn anch nicht um.Mein Franzscph hat Schneid und ist kein guter Tratte. Jetzt las;ihn frei, Schultheiß, er entlauft dir nicht."

Die Brust Franzscphs hob und senkte sich mit schwerem Athcmer drückte sich mit der Hand die Augen zu als müsse er sich be-sinnen, ob er nicht träume.

Du kannst nicht für ihn reden," entgegnetc der Schultheiß,er wird selber das Maul bei sich haben; red du selber, Franz-seph, du bist immer ein guter Kerle gewesen, ich kanns noch nichtrecht glauben."

Er ist kein guter Kerle," unterbrach der Schlägclbauer.

Ins Teufels Namen, laß ihn selber reden," kreischte derSchultheiß,ich will kein Wort mehr von dir."

Franzscph schaute jetzt mit zusammcngepreßtcn Lippen star-ren Blickes auf den Schlägclbauer; offenbar hat dieser in seinemHaß den Feldfrevel begangen und verlangt nun, daß sein Schwie-gersohn für ihn cinstehe. Franzscph war bereit dazu, obgleich ernicht recht wußte, was daraus werden solle und es ihm tief wehethat, daß er, der allein Fabers Freund war, in dessen Augenals hinterlistiger Heuchler erscheinen müsse. Als aber jetzt anchder Schultheiß auf die Gutmüthigkcit anspieltc, regte sich ein selt-samer Stolz in Franzscph und er rief laut:Ich bin kein guterKerle, ja, ja, ich Hab Alles than, was der Vetter Schlägclbauersagt." Alles war stumm vor Entsetzen, nur des SchultheißenClaus, der eben mit einem Landjäger hcrzngetrcten war, lachtelaut auf.

Franzscph wurde dem Landjäger übergeben und nach derAmtsstadt abgcführt, der Schlägclbauer geleitete die weinendeMutter tröstend nach Hause.