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Fremde Thal.
Als der Landwirth Faber nach Hause kam, hörte er zu sei-nem Entsetzen, wer die ruchlose That vollbracht habe, und dieneubackncn Bretzeln, auf die er sich so kindisch gefreut hatte, woll-ten ihm gar nicht munden. Die Frau, die sich ihrem tempera-mentvollen Manne gegenüber auf ihre ruhige Menschenkenntnis;viel zu gute that, behauptete, daß sie schon lange etwas Heim-tückisches und Hinterlistiges an Franzseph bemerkt habe, daß sieaber geschwiegen hätte, um nicht wiederum für mißtrauisch zugelten. Faber bestritt das Vorhandensein dieser Weltklngheit, undwie das so leicht geschieht, eine Unbill von außen erzeugt leichtMißstimmung und Streit zwischen den Betroffenen; das gekränkteHerz heischt oft, ohne es gestehen zu wollen, eine Tröstung undjede ungeschickte oder unerwartete Berührung wird zu einer Dis-sonanz. Faber behauptete streng verweisend, daß Niemand dies;habe von Franzseph voraussetzen können und die Frau suchte ver-söhnend abzuschlicßen, indem sie die Furchtvor neuer nicht so leichtzu verschmerzender Unbill darlegte und ihren Mann bat, die Beschä-digung ungesühnt zu erleiden, den Franzseph frei zu machen undLurch diese Hochherzigkeit das ganze Dorf zu beschämen und zurFreundschaft zu zwingen. Das war aber gerade ein neu aufrei-zender Vorschlag und Faber schwur und betheuerte, daß er un-nachgiebig den strengen Rechtsweg in dieser Sache verfolge, vondem ihn nichts abbringe. Er setzte eilig eine Klagschrift an dasAmt auf, Inder er einen genauen Augenschein forderte. Erschricknoch mit fliegender Feder als Madlene mit verweinten Augencintrat. Faber kannte das Mädchen wohl, dennoch fragte er nachNamen und Begehr und ohne ein Wort zu erwicdern, schüttelteer auf die Bitte „Gnade für Recht ergehen zulasten" verneinendden Kopf, siegelte die Schrift, verliest die Frau, die Madlene zutrösten suchte, ging nach dem Hof und schickte sogleich einen rei-tenden Boten mit der Schrift nach der Stadt. Bald kehrte erwieder in die Stube zurück und fragte Madlene, seit wann derFranzseph Nagelschuhe trage. Das Mädchen behauptete, daß er