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4 (1854)
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es cm diesem schönen Tage neubackene Bretzeln giebt," erwiderteder Mann mit kindischem Humor.

Die Frau erzählte, das; sie einen ängstlichen Traum gehabt:die wegen des Zehntpachtes aufrührischcn Bauern Hütten dasHaus angczündet und Niemand hätte retten und löschen wollenals der Franzseph, der endlich in den Flammen verschwunden sei.

„Ach", schloß sie klagend, „ich habe mir das Landleben dochanders gedacht und du bist auch so unnachgiebig und forderstnoch die Tücke dieser rohen Menschen durch den Zehntpacht ber-aus. Du wirst sehen, sie bereiten uns irgendwo ein Verderben."

„Das ist auch meine Ansicht und eben darum Hab ich denZehnt gepachtet. Man muß den Menschen einmal Gelegenheitgeben, allen versteckten Groll, den sic in der Seele hegen, los-zulassen. Ich bin der kleinen Plänkeleien, Tücken und Veinstelle-rcicn müde, sie müssen mir eine offene Schlacht liefern, ich bindarauf gefaßt. Wegen Brandstifterei sei ruhig, sic wagen nichtsso keckes und wißen auch, Laß ich gut versichert habe und gerneneu bauen möchte. Mit dem Franzseph werde ich aber in diesenTagen ein ernstes Wort reden; er muß seinen dummen Solda-tcnstolz abthun."

Der junge Mann, eine ungewöhnlich große Gestalt mitflachsblondem Haare, trat an das Bette seiner Frau, strich ihrmit der Hand über die Stirne und beruhigte sie durch traulichesZureden, dann verließ er das Zimmer, ging hinab nach demHofe, wo ihn der große Kettenhund mit Winseln und Sprüngenbegrüßte, er band ihn los und sah nach dem Treiben der Knechteund Mägde, die sich mittlerweile auch aufgemacht hatten undsich zwischen den Tauben hin und her bewegten, die gurrend aufund nieder flatterten. Eben stand Faber bei einem neu cingetrc-tencn Knechte und lehrte ihn die Häckselmaschine besser hand-haben, als der Dorfschütze militärisch grüßend in den Hof trat.

„Was giebt v schon so früh?" fragte Faber.

„Ener Hopfcnacker ist verruinirt. So eben berichtet^ derFlurwächter. Es steht kein' Stang mehr und alle Ranken sindzerschnitten."