Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
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Ost betrachtete Ameile mitWcbmuth die Karte des.Hofgutes,die Alban gezeichnet in jenem letzten friedlichen und hoffnungs-vollen Winter. Das war das einzige was von ihm übrig geblie-ben und die Karte hing noch an derselben Stelle wo sic die Mutteraufgchängt hatte. An die Mutter und Alban mußte Ameile oftdenken und die Beiden waren ja auch immer dem Doniinik gutgewesen. Daun aber, strich sic sich wieder rasch über das Gesichtund alle Wehmuth war daraus wcggcnommcn.

Man mag es Eitelkeit nennen, es war aber weit mehr stolzeEiegesfreude und die Lust am Wohlthun, was Dominik empfand,als er vierspännig nach Nellingen fuhr, um seine Mutter zurHochzeit abzuholen. Gr hatte jetzt das doppelte Verlangen, seinerMutter noch recht viel Freude zu bereiten, ec hatte nichts vonihr empfangen als das nackte Leben und wie gräßlich war esdenen ergangen, die ihre Kinder mit Reichthum auszustatteu ver-mochten.

Die Hochzeit wurde still gefeiert, die Obcramtmänuiu unddie Mutter des Dominik gingen an der Seite Amcile's, Domi-nik zwischen dem Hirzenbaucr und dem Gipsmüller zum Trau-altar.

Ameile trug zur Freude ihres Mannes und aller Anwesen-den einen 'besonderen Schmuck auf der Brust, sie hatte die Denk-münze des Dominik an einen Henkel fassen lasten und trug siean der Eranatenschnur.Das ist mein schönster Ehrcnschmuck,"sägte sic lächelnd beim Hochzeitmahle.

Dominik behielt seine Mutter bei sich auf dem Furchenhof.Sie hatte allezeit über ihre Söhnerin in Nellingen geklagt; siehatte jetzt glückselige Tage; aber sie hielt es doch nicht lange aus,sic hatte Heiniweh nach der keifenden Söhnerin, nach den Nach-barn und vor Allem nach den Kindern ihres ältesten Sohnes.Dominik brachte sie wieder nach Nellingen und versorgte sie gut.

Erst als auf dem Furchenhof das erste Kind geboren wurde,kam sie wieder und blieb dort.

Auf dem landwirthschaftlichen Feste fehlt Ameile nie und istallezeit im Geleite der Oberamtmännin; der Dominik sitzt jedes-