Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

176

B'hüt dich Gott Ammrei."

Der Vater, der sich bisher gar nichts ni» Alban gekümmert,war seht sorglich bedacht nm ihn; er hörte still nickend, das; Al-ban ruhig sei aber keinen Schlaf finde, das; er Alles bis auf'sKleinste erzählt habe, wie es ihm ergangen und wie er dem Bru-der im Guten nachgccilt sei; er nickte still zu diesen Berichten.Selber durfte er sich Alban noch am wenigsten nahen, denn die-ser schrie wie rasend aus, als er zu ihm trat, und selbst wenn erungesehen in der Stube war, merkte es der Kraule und war vollfieberischer Hast, die er augenscheinlich zu bezwingen suchte.

Ter Zustand Albans war veränderlich, der Arzt wollte trotzalles Drängens keinen ganz tröstlichen Bescheid geben.

Eines Tages muhte Alles die Stube verlassen, nur Domi-nik und Vreni durften Zurückbleiben. Tic Beiden muhten Albanim Bette ausrichteu und er sprach:

Dominik, cs wird Alles dein. Meinem Peiniger vertrauich's nicht. Eieb mir dein Hand drauf, das; du dein Nagelschmiedund meiner Vreni mein Erbthcil ziehst. Mein Vreni ist vorGott mein."

Dominik reichte die Hand und sagte:

Tu bist nicht so krank, aber du täunst's gerichtlich machen,wenn du willst, wcnn's dich beruhigt."

Ich will nichts mehr vom Gericht . . . Familicnsache . . .Ich glaub dir . . . und wenn du Kinder bekommst, sei gerecht,Gerechtigkeit . . . Wo ist dein Bruder? . . . Gerechtigkeit. . ."

Das waren die letzten Hellen Worte, die Alban sprach, erraste noch mehrere Tage besinnungslos und befand sich oft inder grossen Volksversamiillung und schrie:Ruhe! Stille!Bravo!"

Mit den Worten:Wo ist dein Bruder?" hauchte er seinenletzten Athcm ans. Seine Wangen waren roth.

Als man dem Fnrchenbauer den Tod seines Sohnes berich-tete, stampfte , er zornig auf und seine Faust ballte sich.

Das ist sein letzter " schrie er, er verschwieg die anderenWorte. Er mochte cs als eine Unthat seines Sohnes betrachten,