Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
168
Einzelbild herunterladen
 

168

Amte nicht verderben wollten, gemieden wnrdc, galt für einenklugen Advokatenkopf, und ilnn entdeckte sich nun Alban zuerst,ohne ihm jedoch Alles und namentlich die letzte Mißhandlung zusagen. Der Krcuzwirth erklärte, das; Alban nichts anfangen könne,so lange der Vater lebe; man könne ihn nicht zwingen, sein Entabzugcbcn auf diese oder andere Weise; er ricth indes; Alban,nach der nächsten Stadt zu reiten, wo der Sohn des Hirzenban-ern als Rechtsanwalt wohne. Alban schien das nicht genehm.Er ging aus und stand geraume Zeit vor dem Obcramtsgericht,ohne sich entscheiden zu können, hincinzugchcn. Da sah ec in derOberamtci eine Francngcstalt am Fenster, er grüßte hinauf, mandankte freundlich. Alban ging hinauf zur Frau Obcramtmännin.Sie öffnete selbst den Treppenvcrschlag und hieß ihn cintrcteim sicfragte ihn nach Ameile, nach dem Vater, nach Dominik und sei-nem eigenen Befinden. Alban gab Anfangs nur stotternde undoberflächliche Auskunft. Sein Blick schweifte wie verloren in derStube umher. Ist denn dieses Hans ans derselben Erde, auf dersein väterliches stand? Wie ist hier Alles so geregelt, so fei», wiespricht aus Allem eine Ruhe und doch ist das nur ein Stockwerkhöher über den Stuben, wo die gräßlichsten Händel, Mord undTodtschlag, Raub und Betrug verhandelt werden. Und dazu diesebegütigende Stimme der Frau. Alban hatte ein solches von Bil-dung und zarter Sitte erfülltes Hauswesen schon einmal kennengelernt im Hause des Direktors der Ackerbauschulc, aber jetzterschien ihm Alles wieder so fremd, so traumhaft schön.

Die Obcramtmännin verstand cs, seine Gedanken zu sammeln ,und mit einer wie elegisch gebrochenen Stimme erzählte ihr nunAlban Alles. Sic stand oft unwillkürlich auf, wenn er ihr eineHerbheit berichtete, setzte sich aber schnell wieder und bat Albansortzufahrcn. Zuletzt sagte sic ihm, das; ihr Alaun morgen nachReichcnbach müsse, sie werde vielleicht mitkommen und ihn womöglich bewegen, daß er auf den Furchcnhof fahre und dannsolle Alles rein freundschaftlich ohne den Amtswcg geschlichtetwerden, denn das stehe fest, Alban könne nicht mehr bei seineinVater bleiben. Während dieser noch herzlich dankte für die ge-