Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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Der alte Furchenbauer schmunzelte, aber zum Staunen Mersagte Alban:

„Und die Vorfahren dieser Adeligen sind doch auch wiederBürgerliche gewesen; drum bleiben wir gleich dabei."

Man ging früh auseinander, denn man wollte morgen mitdem Tage den Feldumgang halten. Der Gipsmüllcr bezcichneteAbhaltungen, wegen deren er nicht dabei sein könne, aber amAbend zur Abtheilung versprach er wiederzukommcn.

Ms Alban dem Oheim Dekan die Hand reichte und ihmeine „ruhsame Nacht" wünschte, crschrack er fast, da der Geist-liche ohne Scheu vor Allen sagte:

„Nun schlaf heut noch gut und mach dich recht rein im Ge-wissen, denn morgen Nacht gehst du als Furchenbauer zu Bette."

War der Ohm Dekau auf seiner Seite? Das hatte er nim-mer gedacht. Heute zum ersten Male ging Alban nicht nach demHellbergc und doch fand er lange keine Ruhe. In stiller Nachtkam die Versuchung über ihn. Er war der Erstgeborene, er tratin den Erbgang, warum sollte es ciu Unrecht sein, wenn er denHof zu geringem Preise annahm und sich erlabte am reichenübermächtigen Besitze. Er konnte den Geschwistern später schen-ken was er wollte. Er nahm sich fest vor, das zu thun, er feilschtemit sich selber über die Summen, die er dafür fcstsetzcn wollte,er konnte nicht einig mit sich werden und blieb am Ende dabei,Zeit und Mas; seiner Leistungen an die Geschwister nach seinem,Gutdünken und nach dem Erträgnis; guter Jahrgänge zu be-stimmen. Dabei wollte er bleiben und rnhig schlafen, aber erfand keine Ruhe und plötzlich sprang er aus dem Bette, faßtedas Gesangbuch, das er noch vom Kirchgänge bei sich hatte undes in beiden Händen haltend sprach er laut: ,,Vor Gott undmeinem eigenen Gewissen schwör ichs: Ich will kein unrecht Gut.Ich gebe meinen Geschwistern den vollen Thcil des Erbes, denganzen, ohne Vorbehalt und vor aller Welt. Du o Gott alleinhörst mich und mein eigenes Ohr! Höre mich nicht mehr undmein Ohr vernehme meine Stimme nicht mehr, wenn ich diesemSchwur nur einen Augenblick untreu werde. . .