dagestanden sei wie der Gott verlas; mich nicht, kam kein Lautder Erwiederung über Amcile's Lippen; sie war der Großmagdnicht einmal böse. Warum sollten fremde Menschen bester seinals die eigenen Angehörigen?
Alban kam mit freudiger Morgenfrische in die Küche, dieHinterhältigkeit des Bruders war ihm ganz aus dem Sinn ge-kommen. Alban hatte in aller Frühe geordnet und gewirthschas-tct und es that ihm wohl, wieder im väterlichen Hause zu wal-ten und die Freudenbczeugungcn der Taglöhner und Dienstleuteerhellten ihm das Gemüth. An Dominik dachte er kaum mehr,er war ein Knecht, er hatte ihn freilich besonders lieb und warihm zu Dank verpflichtet, aber es ist doch nicht von besondererBedeutung, wenn ein Knecht aus dem Hause zieht. Das Herz,das lange der Freude entbehrte, wird oft so eigensüchtig, daß essich jedes störende Bcgegniß gerne ablcnkt. Alban hörte den be-trübten Ton nicht, in dein Ameile sagte, daß sie zur Feier seinerAnkunft Sträuble backe; er freute sich nur kindisch ob diesesSchmauses.
Dem Vater und der Mutter sagte er im Stüble mit HellerStimme „Guten Morgen", und selbst der Vater nickte freund-lich ; er mochte wol der Erschütterung gedenken, die er in derNacht beim Horchen empfunden; auch hatte er heute schon Kum-mer genug gehabt, er durfte sich eine Freude wohl gönnen.
Bei dem Morgenschmause waren die Eltern und beidenSöhne äußerst wohlgemuth. Ameile trug ab und zu. Der Vaterwollte sie jetzt zwingen, fröhlich zu sein und sich mit an den Tischzu setzen, sie aber schützte allerlei Arbeit vor und als der Vaterdarob zornig werden wollte, sagte die Mutter nach dem Weg-gehen Amcile's:
„Du willst doch immer die Gedanken gleich umstellen wiedu sic haben möchtest. Laß doch in dem Kind die Sach auskochen,dann ists vorbei; will aber nicht gleich: jetzt geheult und jetztwieder lustig."
Als man aufstand, bat die Mutter, daß ihr Alban noch einwenig bei ihr sitzen bleibe und der Vater befahl ihm solches. Er