Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
349
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tz 2. Arguin.

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steil abfallenden Felsen. Die der Insel zugekehrte Front war an denEcken mit zwei Thürinen besetzt. Die Conrtine, welche dieselben ver-band, bildete einen ein wenig einspringcnden Winkel; das in ihrerMitte liegende Thor wurde durch einen Graben lind durch ein kleinesManerwerk geschützt. Die anderen Seiten des Forts waren vomMeere nmspült. An Geschützen hatte es im Jahre 1694 nur 20,zwei Jahre später 30 eiserne Kanonen und nach einer Geschützliste vomJahre 1708 außerdem noch 9 Drchbassen und 3 Mörser." Seine Lagewar eine überaus günstige. Es erwies sich nämlich für größereSchiffe nur an einer einzigen Stelle zugänglich; Fahrzeuge mit einemTiefgang von 1012 Fuß konnten sich ihm blos ans Büchsenschnßweitenähern, und selbst'Schaluppen vermochten nicht überall anzulegen. DasKastell ließ sich daher mit einer geringen Besatzung vertheidigen. EinemBerichte Nanles entnehmen wir hierüber Folgendes:"Die Garnison kannman mit 20 ü 30 Mann halten, weil dasclbsten auch wohl 300 ü 400 Mohrenwohnen, welche gute Soldaten sein .... Der Feind kann sich nicht nahedaran machen, weil die Mohren dorten selbsten die Lootsen sein, welche sonderOräro von dein Commandeur keine feindliche Schiffe einbringen müssen."Tie Besatzung hat Wohl auch selten ans mehr als 20 Mann seitdem Jahre 1700 aus einer noch geringeren Zahlbestanden; zu diesertraten die wenigen kaufmännischen Angestellten hinzu, welche speziellden Handel zu besorgen hatten. Nach einer Aufzeichnung aus demJahre 1698 betrug damals der jährliche Etat für die Beamten undSoldaten 2057 Thlr.

Mit den Arguinern standen die Brandenburger auf vorzüglichemFuße. Viel mag dazu beigetragen haben, daß das Kastell während einesZeitraums von dreißig Jahren nur vier Kommandeure gehabt hat."

außer dem Grundriß eine Ansicht des Forts wiedergiebt. Vgl. im übrigenBranden-burg-Preußen", 2. 47 ff. und Skizze 5.

r- S. Urk. Th. II, Nr. 144 und 160. Vgl. hierzuBrandenburg-Preußen",S. 55, Anm. (in welcher aber das Zitat S. 51, nicht S. 147 heißen muh).

In einen: Briefe, 4. 4. Emden, den 14. Dezember 1703, dessen Adressatnicht genannt ist. H. 65. 25.

" R. 65. 22. Der Kommandeur Reers bezog ein monatliches Gehalt von35 Thalern.

'5 In der Anm. 4 zitierten Denkschrift wird noch ausgefiihrt, daß Arguin von16871689 der afrikanischen Kompagnie, von 16891691 Raule und Pedy und seit-dem wieder der afrikanischen Kompagnie gehört hat, daß es aber in den Jahren 1700bis 1711 durch Lordenträger und von da an bis 1717 durch die Rotterdamer Kauf-leute versorgt worden ist.