8 1. Auf der Goldküste.
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nahmen ihm das Direktorium und vertrieben ihn von der Küste. Sieersetzten ihn durch einen Mennoniten Namens Jan van Laar, von demBosman sagt, daß er besser verstand, täglich seinen Krug Branntweinzu trinken, als im Interesse seiner Herren zu arbeiten; seitdem wäre allesrückwärts gegangen. Er starb schon nach kurzer Zeit. Bon ihm findetsich wenigstens ein Bericht, ^ welcher freilich nicht erkennen läßt, in wieweit die Bosman'sche Schilderung seiner Persönlichkeit zntrifft; in derSache selbst scheint sie aber den Thatsachen zu entsprechen. Denn esheißt darin: „Unsere Cargaisonen sind zn Ende, . . . so daß wir nun still-sitzen und zusehen müssen, wie die Kaufleute, die wir mit vieler Mühehierher gezogen haben, sich anderweit ihr Gut besorgen. Eine Mengeder hier befindlichen Wnaren ist unverkäuflich; dies hat darin seinenGrund, daß sie in Folge Mangels an ordentlichen Packhänsern verdorbensind. Ich halte jetzt zwei gute Packhäuser und hoffe die Güter nunmehrdavor zu bewahren." Im übrigen bleibt daraus nur hervorznheben, daßLaar die Westbatteric hat neu anssetzen und die Nordbatterie mit dreiPfeilern stützen lassen. Ihm folgte Jan de Visser, ein Alaun, wie Bosmanschreibt, von so geringem Verstände, daß man ihm das Direktorium garnicht hätte anvcrtranen dürfen.^ In seine Amtsperiode fällt angeblichdie Ermordung des Kaufmanns zn Accada durch Eingeborene. Weil dieThat ungesühnt geblieben, wären die Neger in ihrer Zügellosigkeit weitergegangen, hätten allerhand Grausamkeiten verübt und noch einige Weißegetödtet; schließlich hätten sie ihn selber gefangen genommen, weit insLand hineingeführt und, nachdem sie ihn gerädert und mit Steinen be-schwert, ins Meer geworfen.^ Bosman fügt hinzu, daß nach einemumlaufenden Gerüchte der Mord nicht blos mit Wissen, sondern sogarans Anstiften der Weißen und namentlich des von den Negern erwähltenNachfolgers Adrian Grobbc verübt wurde. Er schließt diese im Jahre 1701niedergeschriebenen Aufzeichnungen mit den Worten: „So sind die Branden-burger von ihrer Höhe heruntergekommen, und ich sehe nicht, wie sie sichjemals wieder werden anfraffen können, denn die Neger sind gegenwärtigdie Herren und werden sie zwängen in Zukunft nach ihrem Belieben undGutdünken zn regieren."
Über die Dauer des Grobbe'schen Direktoriums und darüber, wie
ck. ck. Groß-Friedrichsburg, den 14. Dezember 1698. R. 65. 22.
Jan de Visser wird in dem in „Brandenburg-Preußen," S. 31 ff., abge-druckten Berichte erwähnt.
Lmitü, 1. e., t. 2, n- 28, hält diese Erzählung nicht für glaubwürdig; ersagt, sie erinnere ihn an Robinson Crnsoö, der nackt an Bord seines eben gescheitertenSchiffes geschwommen sei und seine Taschen mit Zwieback gefüllt habe-
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