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4. Kapitel. Die Kolonien.
Hierzu kam es freilich nicht. Die wider ihn geführten Akten wurden imJanuar 1698 inrotnliert und an den Kurfürsten gesandt. ^ Im November1699 berichten Kornmesser und Clefmann,^ daß seine beiden Brüder,von denen der eine Präsident der Vierziger, der andere Stadtsekretär zuEmden war, um Erledigung der Sache gebeten haben. Ans einer Re-lation des Geheimen Kriegsraths von Katsch aus Emden vom 24. Januar1715 ^ ersehen wir aber, daß diesem „die Akten, so wie damals ver-siegelt eingeschickt, mit anhero gegeben worden." Niemann war inzwischenin Emden „ein großer Rathsherr" geworden. Eine Fortsetzung hat dieseUntersnchnng nicht mehr erfahren.
Seine Nachfolger waren Johann und Jakob ten Hooft,^ Vaterund Sohn, welche sich nach Bosman ihrer Aufgabe gleichfalls sehr gutentledigt und die unter ihrer Botmäßigkeit stehenden Schwarzen stets imZaume gehalten haben. Insbesondere soll die brandenburgische Sachedadurch sehr gefördert worden sein, daß Jakob ten Hooft durch sein liebens-würdiges Naturell und sein leutseliges Verhalten sich die Liebe aller er-worben hatte. Die afrikanische Kompagnie hätte niemals einen Alaungehabt, der für die Wahrnehmung ihrer Interessen geeigneter gewesen wäre,als er, so daß sie dem Tag fluchen könnte, an dem sie ihn seines Amtesenthoben. Das Bewindhaberkollegium scheint anderer Ansicht gewesenzn sein, denn es strengte gegen die Erben der beiden einen Prozeß an,der, wie wir wissen, erst nach vielen Jahren durch einen Vergleich be-endet wurde. 26
Vom Jahre 1695 bis 1697 war Gijsbregt van Hoogveld General-direktor. Betreffs seiner sind wir ganz und gar auf die Angaben Bosmansangewiesen. Darnach war Hoogveld vordem im Dienste der holländisch-westindischen Kompagnie Kaufmann zu Axim gewesen, hatte aber die ihmUntergebenen so schlecht behandelt, daß er seines Amtes entsetzt und alsuntauglich nach Europa zurückgesandt wurde. Nachdem er in branden-burgische Dienste getreten, suchte er sich bei den Negern durch Bewilligungzahlreicher und großer Privilegien beliebt zu machen. Dies schwächteaber nur die Autorität der Brandenburger und bildete den Anfang ihresRuins. Hoogveld vermochte sich trotz seiner Nachgiebigkeit nicht zu be-haupten. Weiße und Neger brachen zu gleicher Zeit den Stab über ihn,
Bewindhaberkollegium an den Kurfürsten, <1. 4. Emden, den 21. Januar 1698.L 65. 21.
^ 4. 4. Berlin, den 4./14. November 1699. R. 65. 23.
L. 65. 35.
^ Der Name wird auch sehr häufig Tenhoof(t) geschrieben.
°° S. oben S. 251 ff.