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1 (1889)
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218
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3. Kapitel. Die brandenburgisch-afrikanische Kompagnie.

Wetter und Sturm Trotz bietenden Baume heranreifte. So wie erdamals war, vermochte ihm der gute Wille allein zu einer gedeihlichenFortentwickelung nicht zu helfen. Äußerlich ging freilich zunächst allesden alten Gang. Was Raule befürchtet, das; der Kurprinz, wenn erzur Regierung gelangt, Kompagnie und Marine aufgeben würde, tratnicht ein. Die erste von dem neuen Herrscher erlassene Order ^ befahlvon Diest in Gemäßheit seiner bisherigen Jnstruktivnen die Verhand-lungen mit den Gencralstaaten weiterznführcn. Und als im Laufe desMonats Mai noch immer keine befriedigende Resolution eingetroffenwar, wurde der Gesandte angewiesen, ernstlich um eine Order wegenRestitution der beidenForten" nachzusuchen, damit sie der Mitte Juninach Afrika segelndenStadt Emden" mitgegeben werden könnte; even-tuell sollte er mindestens um eine Order dahin anhalten, daß die Blo-kade von Groß-Friedrichsbnrgsammt allen Thätlichkeiten" aufgehobenund der afrikanischen Kompagnie der freie Handel verstattet wird.Sollte man aber/' so fährt Friedrich III. fort, ,,Euch über alles Ver-muthen RMonltät machen und Ihr nichts erhalten können; so habetIhr rundaus zu dcclarircn, daß dieses eine Sache wäre, wobei Unsere6loira und Reputation interessirt, welche Wir in alle Wege, es kosteauch, was es wolle, zu inaintonirsn und Gewalt mit Gewalt abzutreibensuchen würden."

An Kraft läßt diese Sprache nichts zu wünschen übrig; aber eswaren nur Worte, denen die That nicht folgte. Denn noch im Juniwurde eine neue Vergewaltigung der holländisch-westindischen Kompagniebekannt. ^ Sie hatte das auf einer umländischen Reise begriffene SchiffDie Stadt Berlin" unter dem nichtigen Vorwände, daß es der Er-klärung des Großen Kurfürsten vom 12./22. November 1681^ zuwiderin Seeland ausgerüstet worden, vor Fida am 7. Januar 1688 ^ nachElmina aufbringen lassen und für gute Prise erklärt. Der Schadebetrug angeblich 122 775 Gulden. Es geschah aber nichts weiter, alsdaß Raule im August zur Beilegung der Differenzen nach dem Haag

° Kurfürst an von Diest, Köln, den 1./11. Mai 1688. R. 68. 14.

" Dies geht aus der Order des Kurfürsten an von Diest, Köln, den 17./27.Jnni1688, hervor. L. 65. 14.

5 S. oben S. 151 ff.

° Dieses Datum ist in der amtlichen DruckschriftRatnlsn sn äinAtalen," Brv-schürensammlnng des Kgl. Geh. Staatsarchivs, Nr. 89o, angegeben.Brandenburg-Preußen" S. 29 schreibt:Mitte Dezember 1688" (letzteres fehlerhaft statt 1687);das Datum ist ebensowenig genau, als die Angabe, daß sich das Schiff ans der Fahrtnach Groß-Friedrichsbnrg befunden hat.