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1 (1889)
Entstehung
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2. Kapitel.

Wahrscheinlich schon damals nach Middelburg übergesiedelt, erwarb erdaselbst 1664 das Bürgerrecht nnd 1667 wurde er Mitglied des Magistrats?In dieser Stellung hatte er nach damaliger Verfassung auch richterlicheGeschäfte " zu erledigen, nnd daher mögen wohl seine juristischen Kennt-nisse rühren, die er späterhin bei Errichtung nnd Leitung der kurfürst-lichen Handelsgesellschaft zu öerwerthen Gelegenheit fand.

Läßt schon die von ihm bekleidete öffentliche Stellung, in derHauptstadt Seelands?" darauf schließen, daß er zu den ersten Kaufleutendes Ortes gehörte, so wird jeder Zweifel daran behoben durch einenEinblick in seine aus den Jahren 1664 bis 1673 zum größten Theil nochvorhandenen Geschäftsbücher." Diese erweisen, daß er eine umfangreicheNhederei mit einer größeren Anzahl eigener Schiffe, namentlich nachHamburg und Frankreich, betrieben hat, und wenn wir unter seinenGeschäftsfreunden Namen wie Godefroy in Hamburg begegnen, so dürfenwir annehmen, daß sein Name auch im Auslande einen guten Klanggehabt hat. Als vermögender Mann hatte er in Middelburg selbst einHaus und in der Nähe der Stadt verschiedene Ländereien." Durch

Die Mitgift belief sich sammt den späteren Jllaten auf 1100 Pfd. fläm. 6072Vy Thl.).Ebensoviel etwa erbte Frau Raule später von ihrer Schwester Catharina van den Brande.

AuS der Ehe entsproß eine einzige Tochter, welche im Jahre 1686 unvermähltzu Berlin starb.

b S. Urk. Th. II, Nr. 161. Sein offizieller Titel dürfte „Schöffe und Rath derStadt Middelburg" gewesen sein. So wird wenigstens sein Geschäftsfreund JeanBeaudancourt tituliert. Raule gedenkt einmal seiner Ehrenämter in einem Gesuche anKönig Friedrich I. — 4. ä. Spandau, den 3. April 1702 — (R. 49. R. VI.); darnachist er „vrousoüap, ovüspsu su trssorisr sn outkäuAsr ZsusrasI rau äs szäauäo vanIValoüoru" gewesen. — Das Kontor von Walchern war eine Zahlstelle der Staatenvon Seeland.

o Wenigstens schreibt Raule am 6. Februar 1677 — R. 65. 10. — an einenseiner ihn am ärgsten bedrängenden Gläubiger Lestevanon, gegen den ihn übrigens späterder Große Kurfürst in Schutz nahm: Lestevanon möchte sich gedulden und es nicht aufeinen Proceß ankommen lassen; für einen solchen wäre von der ersten bis zur letztenInstanz 25 Jahre lang genug Stoff vorhanden. „Der Herr soll mich nicht lehren,was vor Richtern bestehen kann; ich bin 12 Jahre darin gesessen." — Die damaligeGerechtigkeitspflege in Holland scheint demnach viel Ähnlichkeit mit der des Reichskammer-gerichts gehabt zu haben.

Über die Bedeutung Middelburgs s. Büsching, Neue Erdbeschreibung, 5. Ausl.,Hamburg 1782, Th. 4, S. 127.

" Es sind dies: a) Das Hauptbuch 1664/65. b) Ein Debitoren- und Kreditvren-buch 1664/65. o) Das Hauptbuch 1667/68. ä) Das Hauptbuch 1668/69. s) Das Haupt-buch 1669/71. I) Eine Kladde 1671/73. — R. 65. 61—66.

^ Das Haus in Middelburg hatte ihn 42 000 Fl. gekostet. Bei der auf Antragder Staaten von Walchern eingeleiteten Subhastation brachte es im Jahre 1679 nur12 000 Fl. Der Große Kurfürst hatte sich vergeblich gemüht, sie zu hindern. Schließlich