ts 2. Plan einer kurbrandenbnrgisch-ostindischen Kompagnie rc. 61
brandenburgischen Landen lebenden Admirals Gijsels den holländischenExporthandel nach Deutschland und dem baltischen Norden durch einegeeignete Konkurrenz zu zerstören und sich selbst die immensen Vortheilein erster Linie der Einfuhr über Hamburg und Bremen zuzuwenden.Sie hätten sich, um mit Gijsels in Beziehung treten zu können, au den Kur-fürsten von Brandenburg gewandt. Friedrich Wilhelm habe in langerund sorgfältiger eigener Prüfung dieser Projekte die Überzeugung ge-wonnen, daß ihre Ausführung eine außerordentliche Machtznnahme undeine unvergleichliche Vermehrung des Volkswohlstandes mit sich bringenmüsse und sei nicht Willens gewesen, dieselbe den Staaten des deutschenReichs entgehen zu lassen. In diesem Sinne habe er mit mehrerenReichsfürsten ^ angeknüpft, jedoch, nachdem er mit einigen derselben ge-heime Verträge abgeschlossen, in diesen Unterhandlungen innegehnlten,um vielmehr dem Kaiser die Bezeichnung der fürstlichen Teilnehmer zuüberlassen. Der getroffenen Wahl und den vom Kaiser etwa schon ge-äußerten speziellen Wünschen werde sich der Kurfürst willig akkomodieren;im übrigen halte er es für praktisch, ohne jetzt nähere Bestimmungen zutreffen, zunächst die nöthigen Schritte in Madrid zu thnn. Der Kaiser,über die Hauptpunkte orientiert, möge eine Empfehlung an KönigPhilipp IV. ausstellcn und eventuell seinerseits Erkundigungen in denNiederlanden cinzichen; die mit Spanien stipulierten Abmachungen würdenihm zur Genehmigung und zu etwaigen Änderungen vorgelcgt werden.Auf die Begründung des Projekts eingehend, bemerkte Roxas: Durch dieneue Kompagnie würden die Rcichslande die Kolonialwaaren nicht alleinrein und echt, sondern auch zu dem Preise des Amsterdamer Markteserhalten. Die Gewerbe würden sich heben, die Einwohnerzahl steigen,die Steuerkassen des Kaisers sich füllen, seine Lande noch viel reicherenGewinn als die Niederländer erzielen, da durch die Mitwirkung Spaniensdie großen Kosten einer Kolonialverwaltung erspart werden könnten.
Ein. Grundkapital von einer Million Thaler genügte; dasselbeerhöhte sich bei Verzicht auf Dividende binnen Jahresfrist auf das Vier-fache. Die Schiffe, deren zunächst 25 anzuschaffen und die bald entsprechendzu vermehren, würden als Reichsmarine jederzeit dem Reiche gegenSchweden, Türken und sonstige Feinde zur Verfügung stehen.
Der Kaiser sollte die antheilsberechtigten Reichsfürsten, unter denender sächsische Kurfürst wegen des unvermeidlichen Transports durch seine
^ Wir werden hierbei besonders an die Herzoge von Lüneburg zu denken habemderen Theilnahme als Elbzollherren besonders wichtig war. Mit Herzog ChristianLudwig zu Braunschweig schloß übrigens später der Große Kurfürst Len oben S. 3^Amn. 6 erwähnten Vertrag.