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1. Kapitel.
Gijsels war inzwischen im Interesse der Kompagnie unermüdlichthätig. Im März 1648 hatte er zn Leeuwarden den Landtag derProvinz Friesland besucht und seine Werbung vorgebracht. Mit Hilfedes dem Kurfürsten ergebenen Grafen Wilhelm Friedrich von Nassau"erzielte er den Beschluß, daß „zur Hebuug des Handels der Provinz eineLstindische Kompagnie mit Fürsten und Bundesgenossen der Provinzauszurichten, Maaren, Schiffe und Volk zu benolloirou und alles zuthun, was nach Gelegenheit für gehörig befunden werden soll." DerKurfürst ermuntert darauf Gijsels „mit den Participanten in Handlungzu treten." Dieser setzt demzufolge seine Werbefahrten bis in den April1649 fort, und zwar nicht ohne Erfolg. Wie ein Blitz aus heiteremHimmel mußte ihn daher ein Schreiben des Kurfürsten" treffen, inwelchem ihm auf einen Bericht ,,wegen Fortstellung der fürgenommenenOoiuxuAlliö und Schiffart" eröffnet wurde, daß sich vorläufig noch garnicht bestimmen lasse, wann mit der Errichtung der Kompagnie begonnenwerden könnte. Gijsels möchte sich sammt den von ihm geworbenenTheilnehmern gedulden, bis der ,,längst gewünschte Friede" und mit ihmdie zum Werke erforderlichen Mittel eingekehrt. Sollte er dazu nichtin der Lage sein, so müßte der Kurfürst ,,dieses sonst ersprießliche Werkfür dißmal anstehen lassen"; die Unkosten sollten ihm nach gehöriger Speci-fikation ersetzt, auch 3000 Gulden als Belohnung verabfolgt werden. —Schlezer hatte den Auftrag erhalten, Gijsels das Schreiben zu übcr-bringen und seinen Inhalt mündlich näher zu begründen. Zu verargenwar es dem Kurfürsten nicht, daß er sich gerade in dieser Zeit von demUnternehmen abwandte. Der wenig erfreuliche Gang der Verhandlungenauf dem Exekutionstage zu Nürnberg, der noch weit unerquicklichereStand der pommerschen Grcnzregulierung, die Gefahr, in der seinHerzogthum Preußen schwebte, und neue Besorgnisse um seine jülich-clevescheu Laude ließen ihn wenig Gutes für die nächste Zukunft
1685 nochmals durch einen nicht näher bekannten Chr. Fr. Reichhelm angetragenwurde. Doch ist hierauf anscheinend ebensowenig veranlaßt worden, als im Jahre1703, wo ein Kammerrath Wilhelm in Halle sich anheischig machte, Friedrich I. eineHypothek aus Ameland abzutreten und ihm das äomininm utils über die Insel zuverschaffen. H. XI. 180. 4>>. — S. anch noch Kap. 1. Z 2 Anm. 21.
" Der Graf theilt dies — ä. ä. Lewarden 13. April 1648 — dem Kurfürstenmit und fügt hinzu: „Gleichwie ich nun jederzeit gewünschet die Gelegenheit und dasGlück zu haben, Ew. Chf. Dl. eußerst meinen Kräften nach underthänigst nützlicheDienste zu leisten; als werde ich auch niemals seumig sein obgedachte zu Deroselben,wie auch meines Onbsrnamsnts Angesessenen Nutzen und Vortheil bestermaßen beförderenzu helfen." (L. XI. 130. s7s).
^ ä. 4. Cleve, den 24. Mai 1649, abgedr. Th. II. Nr. 3.