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1 (1889)
Entstehung
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1. Kapitel.

die aus der Wahl der Hanptpartieipanteu hervorgingen, wobei jedochzu bemerken ist, daß eine Stadt, die 200 000 Thaler einlegte, zur Be-stellung eines eigenen Direktors befugt sein sollte. Der weitere Ausbauder Kompagnie durch Statute und Reglements war Vorbehalten.

Die Ausübung der obengedachten Befugnisse hatte im Namen desKurfürsten zu geschehen, dem auch als Privilegsherrn die Oberaufsichtund eine sog. Lnpörioritnot sammt dem ,jn8 terrilorii znstandcn. Der-selbe genoß außerdem für die Ertheilung des Privilegs selbst ver-schiedene Vorrechte, so einen bestimmten Antheil bei Aufbringung feind-licher Prisen, bei Konfiskationen und erblosen Verlasscnschaften, fernerein beliebiges Vergrößerungsrecht seiner Einlage und endlich „einehvnorable Recognition."

Der Kurfürst ging sofort,mit Feuereifer aus Werk. Das erstewar, eine genügende Zahl von Theilnchmern zu finden, und das warnicht so einfach. Eine Publikation, die in gewissem Maße auch damalsangegangen Ware, mußte unterbleiben, weil man nicht vor der Zeit denWiderspruch der Holländer Hervorrufen wollte. Die von ihnen ans-gestellte Lehre von der Freiheit der Meere ließen sie in der Praxis nurfür sich gelten; dritte durften sich darauf nicht berufen, denn ihre Kon-kurrenz Hütte sie geschädigt. Mit Recht weist Gijsels auf das Beispielder Friesen hin, denen die Eifersucht ihrer eigenen Landsleute die Er-richtung einer Kompagnie unmöglich gemacht hatte. Es kam also daraufan in der Stille zu werben, und dafür war Gijsels mit seinen zahl-reichen Bekanntschaften der geeignete Alaun. Die Aussicht, eine anti-holländische Kompagnie ins Leben zu rufen, beflügelt seine Schritte. Erreist sofort in ganz Holland umher; namentlich besucht er die StädteRotterdam, Amsterdam, Utrecht und Amersfovrt. Im Juli ist er in Cleve,wohin ihn der Kurfürst berufeil hatte, um vor der weiteren Ausführungder von ihm gemachten Vorschläge nochmals seinen Rath zu hören.

Es handelte sich zunächst um die Erwirkung von Zollcrleichteruugenbei dem König von Dänemark. Für die Kompagnie, deren Haupthafenbekanntlich Pillau sein sollte, war es von großer Wichtigkeit, daß ihreSchiffe sowohl bei der Ausfahrt, wie auf dem Heimwege nicht zu sehr-unter den dänischen Zöllen zu leiden hatten und, wenn irgend möglich,von der lästigen, und zeitraubenden Schiffsvisitation verschont blieben.Der Kurfürst beschloß den König von Dänemark durch eine besondereMission hierfür zu gewinnen, und zu dieser wird der bereits erwähnteSchlezer verwendet. Seine Instruktion weist ihn an, das Dessen:

Vom 27. Juli 1647, abgedr. Th. II. Nr. 2.