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1 (1889)
Entstehung
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1. Kapitol.

empfiehlt daher die Gründung einer brandenburgisch-ostindischen Kom-pagnie mit einem Kapital von einer Million Thaler. Pillau gäbe einenvorzüglichen Stapelplatz ab, und es könnten von dort aus die Rück-frachten bequem auf dem Kontinente abgesetzt werden. Damit cs derKompagnie nicht an Theilnehmern, an erfahrenen Dirigenten, Beamtenund Seeleuten fehle, sollte der Kurfürst durch Verheißung von Privi-legien und namentlich durch Zusicherung der freien Ausübung der refor-mierten Religion Leute jeden Standes, insbesondere auch unzufriedeneKompagniebeamte ans den Niederlanden nach Preußen zu ziehen suchen.Die Niederländer würden dem Rufe gern und in Schaarcn Folge leisten,wenn sie von den Vortheilen, die ihrer harrten, erführen, da es ihnenin der Heimath verschränkt sei, sich an dem Handel nach Ostindien zubetheiligen. Damit aber die Königsberger und Danziger „wegen ihreMaLgasn nicht aufstützig würden," sollte man sie zur Theilnahme ander Kompagnie auffordcrn. Um Pillan müßten Schiffswerftc, Dörferund eine Stadt angelegt werden, und es könnte nicht ermangeln, daßdaselbst alsbald ein „Nen-Amsterdam" entstünde. Außerdem würdenothwendig sein, mit dem Könige von Dänemark ohne Offenbarung derwahren Absichten einen Vertrag wegen der Snndzölle zu schließen undschon jetzt mit dem Verkaufe des in Indien in überaus hohen: Preisestehenden Bernsteins einznhalten. Die Kompagnie selbst müßte imNamen des Kurfürsten verwaltet und das Projekt völlig geheim ge-halten werden, damit nicht etwa die Niederländer bei den Friedens-verhandlungen dasselbe ans Handelseifersucht kreuzten, noch auch dieSchweden, welche ihr Augenmerk gleichfalls auf Ostindien gerichtet hätten,dem Kurfürsten die Gewinnung der ponnnerschen Seehäfen besonderserschwerten. Mit 3 oder 4 in Holland eingekausten Schiffen sollte derzur ersten Reise erforderliche Proviant in aller Stille aus Frankreich,Norwegen und Spitzbergen nach Pillau geschafft und dann von dortans die Fahrt unternommen werden. Nach Verlauf von drei Jahrenkönnten „selbige Schiffe mit Gottes Hülfe behalten wiederkommen undalsdann in Platz von ein(er Million) drei wiedergeben." Durch dieGründung einer solchen Kompagnie und die damit in Verbindung stehendeAnlegung vonKolonien in Indien undin Preußen würde der Kurfürst„GottesKirche vermehren, Land und Leute vergrößern, die Domänen, Zölle undEinkommen verbessern und damit sich einen unsterblichen Ruhm machen."

Der Kurfürst fand diesen Vorschlag ,,nicht allein durch und durch nütz-lich, vernünftig und xraotieabsl," sondern traf alsbald Anstalten zu

Markgraf Hermanns Bericht.