H 1. Plan einer kurbrandenbnrgisch-ostindischen Kompagnie. 1647—1652. <)
sein volkswirtschaftliches Glaubensbekenntnis; für die Friedensjahreseiner an Kämpfen reichen Negierung. Es ist nicht unwahrscheinlich,das; er sich dasselbe schon wahrend seines vierjährigen Jugendaufenthaltsin Holland, der damaligen hohen Schule der Staatsmänner und VolkS-wirthe, gebildet hatte. Denn wenn wir auch nicht annehmen dürfen,das; der damals noch sehr junge Fürst mit Bewußtsein und vergleichendemVerständnis; die ganze Fülle des Wissenswerthen und Lehrreichen in sichansnahm, welche das Leben dieses niederländischen Freistaats, der Blickauf die stolze Blüthe seines Handelsverkehrs und die Berührung mit denHohen Häuptern des nassan-oranischen Hauses einem gereistcren Alter-Wohl darbieten konnte, so war der Eindruck dessen, was er vor sich sah,doch ohne Zweifel ein sehr bedeutender.^ Sicher ist, das; er seit demTage, an welchem er den Thron seiner Väter bestiegen, jene Sätze un-ablässig vor Augen gehabt und unermüdlich darnach gestrebt hat, seinemLande eine Grundlage zu sichern für eine reiche merkantile und maritime
^ Die obige Behauptung wird durch die Briefe, die der damalige Kurprinz auden Kurfürsten Georg Wilhelm geschrieben hat, gerechtfertigt. (G. W. von Raumer,Friedrich Wilhelm des Großen, Kurfürsten von Brandenburg Jugendjahre. Berlin1843/54.) In diesen dokumentiert sich auch sein schon damals erwachtes Interesse fürdie fernen Wunderländer. Wo er nur tann, sucht er sich indische Raritäten zu ver-schaffen. So sendet er n. A. seinem Vater als erstes Geschenk aus der Fremde achateneMesserschalen und einige Reitstöcke, die er von einem ans Lst-Jndien zurückgekehrten.Kaufmann erworben. — ä. ck. Lenden, 20./30. August 1634. — Diese Neigung ansder Jugendzeit hat übrigens Friedrich Wilhelm das ganze Leben hindurch bewahrt.Als Beleg hierfür diene — außer dem Hinweis auf das bei Driesen, Leben des FürstenJohann Moritz von Nassau-Siegen, Perlin 1849, S. 106 ff. Erwähnte — eine Stelleaus einem bisher nicht publicierten Briefe des berühmten Reisenden Jean BaptisteTavernier — ck. <1. Inaris. 28. jniu 1685 —: Lowras js sais ölsz-r. gno V. L.. Ichaims Iss olrosss sin>;allörs8, js ellsrclto rer tont es gn'II )- a cke plus rars pour olls,st j'espsrs gas irroir retarcksmsvt ns lui cksirlaira pas, guarnl j'aurai lllronnsnr ckslui eonrmuniguei' bsaueoup clo onriosilss gui ns sout pus moius utilss gas äivsr-tisssntss. (k. 65. 11.) —
Bekannt zu werden verdient auch eine Stelle aus einem Dankschreiben des GroßenKurfürsten vom 4. September 1658 (R. 11. u. 130) für ein ihm zugesandteS, vermuthlichBrasilien behandelndes Buch; er giebt darin dem Verfasser, I)r. Wilhelm Piso, einemAmsterdamer Arzte, — s. über diesen: Driesen, a. a. O., S. 102 ff. — seine Freude darüberzu erkennen, „daß das Jahrhundert solche lu^snia gegeben, welche dasjenige, was sonstenUnseren Vorfahren verborgen gewesen und in so fernen Landen, ja in den allerweitentlegensten Llimaten gefunden wird, mit so sonderbarer Mühe und Arbeit durchforschen,auch die Statur derjenigen fremden Sachen, so sie daselbst angetroffen, so fleißig unter-suchen und denen Europäischen Völkern cvmmnniciren." — Wegen des Interesses, dasder Große Kurfürst an der indischen Litteratnr und Sprache genommen hat, s. ins-besondere: Hansen's Histor. Portefeuille, 1784, 7. Stück, S. 1 ff.