Vorrede.
V
ist die von dem Grafen von Hertzberg im Jahre 1755 verfaßte
Umtoiro äs 1a nutrins et äe 1a oompSAnio nkrioaino äsUrusso
als Manuskript in der Königlichen Bibliothek zu Berlin aufbewahrt undübersetzt
a) im Jahre 1767 von Pauli, Allg. Preußische Staatsgeschichte, Bd. 7,
b) im Jahre 1864 vom Grafen von Borcke^
die erste Darstellung, welche sich eingehender der brandenburg-preußischenKolonialpolitik widmete, und deren Zweck es war, eine Lücke in derGeschichte des Großen Kurfürsten auszusüllen. Aber sie ist nach seinemeigenen Geständnis; „uns lüstoirs suooinoto" und erschöpft bei Weitemnicht den reichen Inhalt der Archive.
Ausführlicher, doch keineswegs besser und durchaus nicht frei vonJrrthümern ist die von Stuhr aus den Quellen geschöpfte und im Jahre1839 veröffentlichte
Geschichte der See- und Kolonialmacht des Großen Kur-fürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg.
Die von ihm gegebenen archivalischen Beilagen sind nahezu ohne Werth,weil sie durchweg fehlerhaft sind. Über die Zeit von 1653 bis 1675, vonwelcher Graf Hcrtzberg noch bemerkte, daß sich der Kurfürst wegen derununterbrochenen Kriege nicht mehr ernstlich mit der Schiffahrt be-schäftigen konnte, obwohl er sich den darauf zielenden ihm zeitweiliggemachten Vorschlägen niemals gänzlich entzogen habe, begnügt sichStuhr mit der Bemerkung, daß der Kurfürst durch wichtige Verhältnisselange Zeit verhindert gewesen sei, auf kräftige Weise für die Aufnahmedes Handels in seinen Staaten zu wirken. Des Planes einer knr-brandenburg-ostindischen Kompagnie gedenkt Graf Hertzberg noch mitwenigen Worten, während Stuhr die bezüglichen Urkunden für verlorenangiebt. Sie sind es in der That bis auf den heutigen Tag geblieben.Erst dem vr. Schlick ist es gelungen, diese Urkunden in dem Geh. Staats-archiv neu zu entdecken.
Der auf dem Titelblatt gegebenen Versicherung nach ist auch Jordan'sGeschichte der brandenburgisch - preußischen Kriegsmarine.Berlin 1856
„mit Benutzung archivalischer Quellen und ungedrucktcr Manuskripte"bearbeitet. Diese Versicherung trifft aber für den Zeitraum von 1647
Die Paulische Übersetzung ist ungenau, und auch die Bvrckesche enthält zahl-reiche Mängel. Es fehlen in letzterer elf Anmerkungen der Urschrift und eine Reihevon Beilagen. Auch finden sich im Texte einzelne sinnentstellende Jrrthümer (S. 62.63. 75. 49).