bc cr sich gesetzt gehabt, als ein junger Mau» schnell auf die Bankunter dieser Loge geklettert sei und die Hand auf des Kaisers Brustgelegt habe. Alle Zuschauer die gegenüber saßen habe Schauder er-griffe». Glücklicherweise sei es aber nur eine Bittschrift gewesen,die jener übergeben und die der Kaiser angenommen und kaltblütiggelesen habe.
Der Fanatiker in Schönbrunn, sagte der Kaiser, warder Sohn eines protestantische» Geistlichen in Erfurt, der gegendie Zeit der Schlacht von Wagram den Kaiser auf der Parade zumorden beschloß. Schon hatte cr die Linie der Soldaten, die ihmvom Kaiser abschieden, durchbrochen, schon war er zwei bis dreimalvom Kaiser wieder hinweggestoßeu worden, als der General Rapp,der ihn von neuem mit der Hauch zurückdrängen wollte, auf etwgSunterdessen Rocke Verborgenes griff. Es war ein anderthalb Fußlanges, spitzes, zweischneidiges Messer. „Ich schauderte davor,sagte der Kaiser, als ich es betrachtete, cs war in ein bloßes Zei-tungsblatt cingeschlagen-
Napoleon ließ sich den Mörder in sein Cabinet bringen. Errnstc Corvisart, und dieser muste den Puls des Verbrechers be-fühlen, wahrend cr selbst mit ihm sprach. Der Mörder blieb stetsruhig und ohne innre Bewegung, während er seine That mit fe-ster Stimme cingcstand, und dabei die Bibel oft citirte.
„Was wollten Sie von mir? fragte der Kaiser — Sie tödten— Was habe ich 2 b»en gethan? Wer hat Sie hier auf Erden zumeinem Richter bestellt? — Ich wollte dem Krieg ein Ende ma-chen. — Warum wandten Sie sich nicht an den Kaiser Franz? —An ihn? Und wozu! Er ist ohne Bedeutung, sagte der Mörder.Und dann, nach seinem Tode wäre ein andrer auf ihn gefolgt,statt daß nach dem Ihrigen die Franzosen sogleich aus Deutschlandverschwunden seyn würden."
Vergebens versuchte cs der Kaiser ihn zu rühren. „BereuenSie, was Sie thun wollten? fragte er weiter. — Nein. — Thä-ten Sie es noch? — Ja. — Aber wenn ich Sie begnadige?" Hier,sagte der Kaiser, behauptete die Natur doch für einen Augenblickihre Rechte. Das Gesicht, die Stimme des Mörders änderten sichauf einen Moment. „Dann, — cntgcguctc er darauf, — hätte ichgeglaubt, Gott habe es nicht gewollt." Bald aber kehrte die vo-rige volle Wildheit zurück. Man bewachte ihn, abgesondert, län-ger als 24 Stunden, ohne ihm etwas zu essen zu geben. Der Arztuntersuchte ihn nochmals. Man befragte ihn von neuem; allesvergebens. Er blieb stets derselbe Mensch, oder besser zu reden,