Druckschrift 
4 (1823)
Entstehung
Seite
6
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selten ins Schauspiel, und erschien nur immer da und zu einerZeit, wo er nicht erwartet ward in s. w.

Die beiden Unfälle, welche ihn in die größte Gefahr gebrachthätten, erzählte er mir, als wir nach beendeter Toilette in denGarten gingen, seyen die des Bildhauers Cerachi und des fa-natischen Menschen in Schönbrunn gewesen.

Cerachi hatte mit einigen Wüthenden den Tod des Consnlsbeschlossen. Sie wollten ihn im Heraustretcn ans seiner Logeim Schanspielhause morden. Der Kaiser ward davon benachrichtigt,ging aber dessen ohnerachtet hin, und kühn durch die hindurch diesich es hatten am angelegensten sein lassen, ihren Platz zu behaup-ten. Erst während oder gegen Ende des Stücks nahm man sie fest.

Cerachi, sagte der Kaiser, hatte den Consul ehedem angcbc-tct, seir er aber, wie er behauptete, in ihm nur einen Tyrannenerblickte, ihm den Untergang geschworen. Der General Vouapartehatte diesen Bildhauer mit Wohlthaten überhäuft, sich von ihm alsBüste bilden lassen, und jetzt suchte dieser nun durch alle erdenk-liche Mittel nur eine einzige Sitzung Napoleons sich zu verschaffen,um, wie er sagte, eine nothwcndige Correktnr auf jener zu ma-chen. Von seinem Sterne geleitet, fehlte es dem Consul an Zeitauch nur für einen Augenblick, und meinend, daß Cerachi nurwegen eingetrctencu Bedürfnisses so sehr darauf dringe, ließ erihm 6oon Franks auszahlen. Er hatte sich sehr getäuscht. Cerachihatte keine andre Absicht dabei gehabt- als ihn zu morden, wäh-rend er ihm sitze.

Ein Hauptmann eines Linicnregiments, selbst Mitverschworner,entdeckte das Complot. „Wie sonderbar doch der menschliche Geistsich verirrt, bemerkte Napoleon, und wie weit die Berechnungender Thorheit und Dummheit gehen. Dieser Offizier haßte michals Consul, betete mich aber als General an. Er wünschte wohl,daß man mich von meiner Stelle dränge, aber er wäre außer sichgewesen, wenn mau mir das Leben genommen hätte. Man müßte,>o sagte er, sich meiner bemächtigen, mir kein Leid zufügcn, undmich zur Armee abschicken, um dort ferner den Feind zu schla-gen und Frankreichs Ruhe zu begründen. Die übrigen Vcrschwor-uen lachten ihm. ins Gesicht; als er aber nun Dolche vertheilensah und man seine Absichten überschritt, entdeckte er alles selbstdem Consul."

Bei dieser Gelegenheit sagte jemand zu Napoleon, wie er imTheater Fepdcau Zeuge eines Auftritts gewesen sei, der den groß-en Theil der Zuschauer in Schrecken gesetzt habe. Der Kaiser seinämlich in die Lege der Kaiserin Jvstphinc gekommen. Kaum ha-