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Deutsche Privatbriefe des Mittelalters.
Darzü so wil die stat Straspurg nach ußgang ir obgemelten mesß ußgebenein gut rot Lündsch tüch'), darumb mit Pferden zä louffen nach alter gewonheit,und sol ein jeglich pfert sin der grosse, das es einen gewönlichen man in ge-wönlichen trabeharnsch über velt ungeverlich ertragen möge. Und daz von einsjeglichen louffen Pferds wegen vorhin geben werden sol ein güldin dein, derdazu geordent wurt, es zä enpfohen, mich die Pferde vorhin zü besehen undinzüschriben.
Und wer sin Pferd lasset anfohen zu louffen, der sol es gantz uß lassen
louffen und nit uffhören noch ablassen, er sy dann an dem zyle, uff das man
sehen möge, welhs louffen pfert das lest ist. Und welhes louffen Pfert zümersten über das zil kompt, dem sol man von dem tüch geben drissig elen und
donoch dem andern nehsten sehß elen und donoch dem dirten nehsten vier elen
und dem allerlesten ein güldin für ein snw^) und ein venlin^), daran ein suwgemolet sy.
Harumb, lieben Herren, bitten wir uwer ersamkeit, diß uwern schießgesellenzu verkünden und sy zü willigen, zü solichem obgemelten fruntlichen schiessen zükomen, und diß ouch uwern umbscssen zä enbieten, alßdann mit den nwern byuns zä sin. So wöllen wir in^) gät geselschaft früntlich leisten und ouch gütlichbeholffen sin by dem zil und in allen obgemelten sachen, ouch in ander schimpfund kurtzwilen, so hie gepflegen werden. Wozu sy reht gewinnen, darzä wellentouch unser Herren meister und rat allen den, so ungeverlich zü solichen schiessenkomen, trostung°) geben, solang solich schiessen und obentüren weret, in der statStraspurg für meniglich, ouch dar und dannen, an jeglichs gewarsam^) für sy,ir burger, diener und die iren ungeverlich, ußgenomen ir vigende, offen ehter?),übeltetige lüte und die, den ir stat Straspurg verbotten ist, und die uff der-selben statt schaden gewesen und noch nit verrihtetch sint, on geverde.
Zä urkund versigelt mit der strengen und Vesten her Friderichs zäm Rästund her Jacob Bocks, beyde ritter, ingesigel von unser aller wegen uff mendagnach sant Mathis dag apostoli anno etc. 73°.
59.
Pauk Gercke an Hans Pape in lKrandenKurg. Loburg?) 1474 März 7.
Meldet, daß ihm zwei Pferde geraubt seien. In Loburg habe er Klage erhoben. Zehrungskostendortselbst. Beschreibung der drei Räuber. Bittet, den Wirt in Loburg zu bezahlen.
Zerbst, Stadtarchiv. Or.
Mynen willigen denst tovoren. Leve herre. Wetet, dat my genomen sinthwe perde, dhij rode nnde brnne, up den Wege tuschen der Gloyne") undeReßegan "), so my de jegenode") beteykent is, in dhe Gußchenrijß unde Kunden
*) Feines englisches Tuch, Tuch aus London. *) Sau. Beim Wettrennen wie beim Schießen warder letzte Preis eine Sau. ^ Fähnlein. *) ihnen °) Hilfe, Sicherheit. °) Vgl. Grimm, D. Wb. IV, 1,III, 4876 ff. ?) Feind, Geächteter. ^ verurteilt.. Kr. Jerichow. Gloine, Kr. Jerichow. In derGegend gibt es ein Wüsten-Rogäsen (Kr. Jerichow). Resegan kommt aber z. B. 1496 (IlB> d. St. Magdeb.III, S. 586) als Familienname (nach dem Ort?) in Magdeburg vor. Gegend. Mit Göritz (jetzteine Mühle) zusammenzubringen?