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2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
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Deutsche Privalbriefc des Mittelalters.

lcumund lieber denn kein zeitliches gut: ich hoff zu gott und getrau dir Wohl,du kommst ihm nach und folgst deinem erbcru und frommen Vater, der ein gutwort *) hatte und noch hat von allen denen, die ihn kennt haben. Nun hat maumir noch bisher gutes von dir gesagt, davon ich oft erfreut bin, aber cs istmir nun gar schwer, so du also hingehst und deinen stand nicht verwandelst zucrbcrkeit in die ehe oder sonst zu einem guten leben. Ich fürcht, daß du dichetwa an werdest henken an böse lieb, davon du und deine freunde schandmöchten haben. Ich getrau dir wohl, mein lieber brudcr, du schonest deinerehre und seiest so vorsichtig und so weise, daß du dich hütest vor allen bösenfrauen. Du weißt wohl, sie können süße wort, die da schmähen ^) die armenseclen und mindern dir dein ehr und guten lcumund, die dir auch dein gewissenverhört machen, daß du nicht kannst erkennen, was du wider gott sündigest.Mein lieber brnder, den ich lieber Hab als mein scel, ich Hab dir vor gesagtund dich gebeten, du sollst seyn eine ehr des Hauses deines frommen Vatersund sollst also ernstlich und weislich wandeln vor deinen nnterthanen und ehe-halten, daß sie gutes von dir möchten reden und furcht auf dich hätten, undsollst sic auch strafen, wo du Unzucht^) von ihnen sehest; besonder die freche,wilde maid, die ist mir ein rechte Pein. Gott behüt dich durch sein güt, wannich sähe gar gern, das; du dich crberlich hieltest. Ach, lieber bruder, nimmmein schreiben nicht anders auf denn in rechter, großer lieb, die ich zu dir Hab.Wann, hättst du mich also lieb, als ich dich Hab in gott, du wärest längst ein-mal zu mir kommen. Doch darf ich das nicht von dir begehren, wann, geschühdir unterwegen etwas, des; möcht ich dich nicht ergötzend) Ich hätt wohl ingüt und in lieb ein tag mit dir zu reden. Da befehl ich dich mit gott demHerrn und der reinen jungfrau Maria, die sei dein behüterin vor allem dem,das dir geschaden mag an scel und an leib. Amen. Unser würdige mutteräbtissin entbeut dir ihr stätigs gebet und auch schwcster Katharina. Lieberbrnder, schick den einen bricf gen Augsburg; du findest wohl leut, die dahinziehen. Bitt gott auch für mich, das begehr ich. Sag dem Lucas Kemeter

und seiner frauen mein gebet und meiner lieben anfrancn. Jesus Maria.

Schwester Barbara.

(Adr. fehlt.)

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Dieselbe an ihre AchivägLrin Katharina Hurdr. (Gnadenberg.) 1470April 12.

Glückwunsch zur Geburt eines SohncS.°1 Beruhigung bezüglich etwaiger Gcwisscnsbedcnkcn.Mahnung zu frommer Erziehung der Tochter Magdalena. Fromme Grütze.

Nürnberg. Ebenda. Or.

Gedruckt (modernisiert): a. a. O. S. 550 s.

Liebe schwester. Wir sind in ganzem Herzen erfreut, daß dir unser lieber

v Ruf. -) zu Schanden bringen, verächtlich machen. Ungcsittetheit. v entschädigen. °) DieserSohn, Sigmund, war am 21 . März 1-170 geboren, schon vorher (1468) eine Tochter, Magdalena (p 1188 ).