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Deutsche Privatbriefe des Mittelalters.
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<A. v. S. lÄgatße von Stein?) (Ä. §.?), Akosterfrau, an einen Geist-kichen. (Söflingen.) Ohne Jahr.
Will ihm ein Hemd machen, aber cs ihm selbst geben. Sehnsucht nach ihm und Bitte, sic zubesuchen.')
Stuttgart, Haus- und Staatsarchiv. Or.
Min angedenchen in rechtter liebin und ttrüen bin ich dir, herzlieb, vinsen
') Mit diesem Briefe beginnt die Reihe der verfänglichen Briefe, die bei der Reformation deS„unter ulmischer Schirmvogtci stehenden" Klosters Söflingen bei Ulm 1484 beschlagnahmt wurden.Es sind im Gegensatz zu obigem Briefe meist Briefe von Geistlichen an die Klosterfrauen. Auch die obenunter Nr. S7 ff. abgedruckten Briefe früheren Datums sind auf diese Weise erhalten geblieben. Die Briefeberuhen zum Teil in der Stadtbibliothck zu Nlin, zum größeren Teil in dem Hans- und Staatsarchiv zuStuttgart. Die Stuttgarter Briefe werden hier zum ersten Mal veröffentlicht, die Nlmer Briefe (S) hatbereits Birlingcr inicht immer ganz einwandfrei) in der Alemannia ohne näheren Kommentar abgedrucktsXinores SöklinZenoes; diese Überschrift stammt von Veesenmever). Über die konfiszierten Briefe undsonstigen Gegenstände enthält ein in Stuttgart befindliches Register einige Angaben. Die über die mitX, 0 und v signierten Briefe werden uns bei den betreffenden Stellen beschäftigen. Außer ihnen erwähntdas Register noch mit L signierte Schriften, die sich in „Helena von Sunthain laincr" fanden, wo manauch spitze Frauenschuhe mit Mcssingringen, ein Mieder u. A. fand, „item etliche licdlin in die Weltgehörig". Solche Liebesgedichte hat Birlingcr a. a. O. S. 86—88 mit veröffentlicht und zwar vier.In Stuttgart finden sich noch drei; eines davon ist mit.V signiert. Briefe ans der „Elsa vom Stainkamer" wurden nach dem Register mit bl signiert, die aus der „Elisabctha von Zillnhart kamer" mit blIn letzterer fanden sich noch „etwic vil dietrich".
Zu der Reformation des Klosters i. I. 1484 vgl. noch I. C. Schmid und I. C. Pfister, Denk-würdigkeiten der Würtembcrgischen und Schwäbischen RcformationSgcschichte a. a. O.: „Erst im Jahre1484, fünfzig Jahre, nachdem cs von einer Kirchcnversammlung förmlich angcordnct worden war, konntedaL heilsame Werk der Reformation mit Bcihülfc deS Grafen Eberhards von Würtcmbcrg vollzogenwerden. Dieser hatte an den Papst selbst berichtet, daß Nonnen und Mönche nicht nur ein unreinesund ungöttliches, sondern ein unmenschliches Leben führen. Auch jetzt wollten sie den Visitatoren, denÄbten von Hirsau und Blaubcucrn, den Eintritt wehren; der weltliche Arm, nämlich Bürgermeister undRath von Illm, die außerhalb der Pforte standen, mußten zu Hülfe gerufen werden. In der Zelleder Klosterfrau Barbara Leutkirchin fand man laut eines Notariatsinstrumcnts zwei Wappcn-schilde, auf dem einen die Worte; ts solurn, auf dem andern; non aliuck, zwischen beiden zweizusammcngcbundene Hände und unten zwei goldene Buchstaben 6. L. (oupio amare); der eine soll derKlosterfrau, der andre dem kürzlich verstorbenen unrcformirtcn Barfüßer Hans Klarier zugchört haben.Mehr als die Hälfte wurde hinaus gejagt, von denen die meisten schwanger waren. Sic begaben sichnach Günzburg, wo sie von Herzog Georg von Baicrn, welcher seine schwächere Nachbarn zu necken undzu beeinträchtigen liebte, Schutz fanden. Noch lange dauerte der Schriftcnwcchsel über diese Reform amkaiserlichen und am päpstlichen Hofe. Dieser war dem Reformaiionswescn abhold; was der nlmische Sach-walter daselbst den einen Tag gewonnen zu haben glaubte, das wurde am folgenden wieder verworfen."Genaueres berichtet Keim, Die Reformation der Reichsstadt Illm, S. 10 ff. Insbesondere auf Be-treiben deS Nlmer Dominikancrpriors vr. Ludwig Fuchs und des Münstcrpfarrcrs Dr. HeinrichNcidhart, überhaupt der Dominikaner, die unter Fuchs eifrige Reformer geworden, überdies auf dieFranziskaner eifersüchtig waren, ging man endlich energisch vor. zumal der Skandal immer offenkundigerward. „Man wußte in Ulm genau, daß diese Nonnen Nachkommenschaft besitzen, daß sie tanzen, in derFastnacht verkleidet hernmgehen und auch im gewöhnlichen Leben regelwidrige Kleider tragen, und daßbei Nacht Pfaffen und Laien über die Malier inS Kloster steigen, war man ganz gewohnt. Die Franziskanerspielten dabei die Hauptrolle". So wurden 1484 durch eine eigene Bulle die Äbte von Hirsau undBlaubcurcn zu Kommissaren für die Reformation des Franziskaner- und des Söflinger Klosters er-nannt. In jenem machte die Sache keine Schwierigkeiten, in diesem desto mehr. Den späteren Dank-sagungsbricfcn Ncidharts an den Pabst zufolge stellten die Kommissare den Nonnen zunächst einevierzehntägigc Bedenkzeit. Da diese weiter trotzten, zogen der Rat und andere angesehene Männer,Geistliche, Räte des Grafen Eberhard von Württemberg, Adlige hinaus, mit ihnen die bewaffnetenZunstbürger, die die Wägen der ncucinzusetzcndcn Klosterfrauen bedeckten Als nun die bisherige Äbtissin,Ehristina Strölin <Strelcrin) vo» Mm, und die übrigen Würdenträgcriuncn für abgcsetzt erklärt wurden,brach eine gewaltige Wut- und Schrciszenc aus. Handfeste Knechte mußten die alte Äbtissin, die sich fürunabsetzbar erklärte, und die Nonnen mit Gewalt hinaustragcn. Man ließ sic ruhig in Prozession in