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1 (1892) Die Technik der Glasmalerei
Entstehung
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dunkel übergrundet und die Buchstaben mit dem Radirhölzchen hellausgeführt werden. Waren die einzelnen Glasstücke bemalt, so machtesich der Glasmaler an das Einschmelzen seiner Farben. Den Ofenbaute er sich selbst. In einem Winkel des Hauses steckte er Ruthenin die Erde und band von jedem Paare deren gleich lange Enden zueinem Bogen von l/s Fuss Höhe und eben so viel Breite zusammen.An das Innere und Aeussere dieses etwas Uber zwei Fuss langen Gerüstesschlug er bis zur Dicke von einer Faust Klumpen von drei TheilenTöpferthon und einem Theil Rossmist, beides tüchtig, durch wässert undmit trockenem Heu gemischt, Hess aber obenein handgrosses Rauchloch und vorne die Mün-dung offen und brachte auch in jede der Längs-seiten dieses Ofens drei sich gegenüberliegendeLöcher, um daumendicke Eisenstangen querdurchstecken zu können. Darauf unterhielt erin diesem Ofen bis zu seiner völligen Trock-nung Feuer. Hierauf richtete er sich eine eisernePlatte, zwei Finger kürzer, zwei schmäler alsdas Innere des Ofens, mit einer Handhabe zu-recht, siebte einen Halm dick trockenen Kalkdarauf, drückte diesen mit einem flachen Holzeeben und legte darauf das gemalte Glas vorsichtignebeneinander, und zwar so, dass die grünenund blauen Stücke mehr nach Aussen zu, diestrengfltissigern weissen, gelben und rothen mehrnach Innen zu liegen kamen. So legte er diePlatte auf die eisernen Querstangen und ent-wickelte unter ihr ein mässiges Feuer von völligtrockenem Buchenholz, das er nach und nachmit Vorsicht verstärkte, bis die Flamme von allenSeiten der Platte empor und über dem Glasezusammenschlug. Sowie letzteres zu glühen an-fing, warf er das Feuer eilig aus dem Ofen,schlug dessen Rauchloch und Mündung zu und Hess es so, bis sichAlles abgekühlt hatte. War das Glas herausgenommen, so versuchteer, ob sich die Farbe mit dem Nagel abkratzen Hesse. Widerstand sie,so war die Arbeit fertig; wenn nicht, so musste das Einbrennen wieder-holt werden. War der Brand gelungen, so legte er die einzelnen Stückeauf seinem hölzernen Karton in Ordnung und goss sich die zu ihrerVerbindung nöthigen Bleiruthen. Auch hierzu machte er sich die F'ormvon Eisen oder Holz selbst. Das Blei, welches er zum Guss der Ruthenverwendete, war reines. Das sogenannte Abhobeln der Bleiruthen, dasPlinwegnehmen des überflüssigen Bleies an den Ruthen geschah mittelsdes Messers.

Figurenfenster aus demStrassburger Münster (1300).Nach Kolb.

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